Ein Tag in Togo

07Juni2013

Ich habe neulich einen Bericht für unseren Verein: "Lebensfreunde Togo" geschrieben, damit sie sich einen besseren Eindruck vom Alltag hier machen können. Vieles was in dem Bericht steht wisst ihr sicher schon, wenn ihr regelmäßig den Blog lest, aber ich denke der Text gibt doch einen ganz guten Einblich in das Leben hier und ein paar neue Dinge erfahrt ihr darin auch!

Viel Spaß beim lesen!

In Togo wird morgens nicht ausgeschlafen. Spätestens um sechs klingelt der Wecker und selbst wenn er das nicht tut, so wird man doch von den Hühnern im Hof oder der allgemeinen Geschäftigkeit geweckt.

Ordnung wird bei vielen Togolesen großgeschrieben und so beginnt der Tag damit, dass erst einmal der ganze Hof gefegt wird. Meist wird diese Aufgabe von den älteren Kindern übernommen. In vielen Haushalten leben aber auch Kinder, die nicht die leiblichen Kinder der Familie sind. In diesem Fall müssen diese die meisten häuslichen Aufgaben übernehmen. In meiner Gastfamilie steht meine Gastschwester Dope, die auch keine leibliche Tochter der Familie ist, z.B um fünf Uhr auf um den Hof zu fegen, Teller abzuwaschen, die Hühner zu füttern und Wasser heiß zu machen.

Die wohlverdiente Dusche danach beginnt jedoch nicht damit einfach ins Badezimmer zu gehen und den Duschhahn aufzudrehen, denn in den meisten Haushalten und so auch in Lios und meiner Gastfamilie, gibt es kein fließendes Wasser. Dieses muss erst mit dem Eimer aus dem Brunnen gezogen werden und in so mancher Nacht überlegt man es sich dann auch zweimal, ob man jetzt wirklich so nötig auf Toilette muss, dass es sich lohnt über den dunklen Hof zu laufen und Wasser aus dem Brunnen zu ziehen. Ist die Familie nämlich etwas wohlhabender, so gibt es anstatt eines Plumsklos bzw. eines Lochs im Boden, nämlich zumindest eine richtige Toilette, in die man anschließend Wasser schütten muss.

Eine fehlende Wasserleitung bedeutet aber nicht fehlende Hygiene. Meiner Meinung nach könnten sich einige Deutsche eher noch ein Scheibe von der togolesischen Sauberkeit abschneiden. Viele Togolesen duschen aufgrund der Hitze nämlich gerne dreimal am Tag und das mit einem Lappen der alles ordentlich sauber scheuert.

Gegessen wird morgens meist nichts, oder wenn schon, dann auch gleich Pâte. Das ist ein fester Brei aus Maismehl und Wasser, der mit verschiedenen scharfen Soßen gegessen wird. Für uns gibt es aber zum Glück Tee und Brot mit Majonäse. Ich habe am Anfang das gleiche, was ihr jetzt vermutlich auch denkt, gedacht: "Majo kann man doch nicht aufs Brot essen, wie soll das denn schmecken?" Aber ich muss sagen, man gewöhnt sich an alles und lernt es nach einiger Zeit lieben. Außerdem kann man Majo, allen Bedenken zum trotz, auch ohne Kühlschrank aufbewahren, denn den haben die meisten Togolesen nicht.

Ob nun mit vollem oder leerem Magen geht es am Sonntag obligatorisch in die Kirche. Die Messe dauert dann so etwa drei Stunden und kann ganz schön lang werden wenn sie nur auf der einheimischen Sprache gehalten wird. Viele Togolesen besuchen die christliche Kirche, ob nun evangelisch oder katholisch. Natürlich gibt es auch einige Moscheen, die einen um vier Uhr nachts auch gerne mal wecken mit ihren Lobgesängen, aber generell ist der Islam eher im Norden des Landes vertreten. Trotzdem ist der Großteil der Bevölkerung bei seinem ursprünglichen Glauben geblieben. Viele christliche Togolesen wollen jedoch mit dem Glauben an Voodoo, oder den Leuten, welche diesen praktizieren, nichts zu tun haben.

Auch in Atakpamé gibt es einige Fetischeure, die traditionelle Zeremonien durchführen . Neulich haben auch wir einer Voodoo - Zeremonie beigewohnt. Neben viel Tanz, Gesang und Trommeln, sind wir in der Nacht zu einem Fluss gegangen und es wurde eine traditionelle Waschungs - Zeremonie gefeiert. Eine Frau wollte auch Fetischeuse werde und dieses Ritual erlaubt ihr den Einstieg ins Berufsleben. Am Fluss wurden dann Räucherstäbchen und Zigaretten, zum Schutz gegen böse Geister abgebrannt. Der Frau wurden die Haare abrasiert und anschließend wurde sie mit süßen Getränken überschüttet und dann im Fluss gewaschen. Abschließend wurde eine Ente getötet und in den Fluss geworfen um sie dem Wassergeist zu opfern. Auf dem nach Hause Weg nach der Zeremonie durfte sich niemand mehr umschauen, weil man sonst verrückt werden könne. Es wurde noch bis zum Morgengrauen gesungen und getanzt, aber wir sind vorher schon irgendwann nach Hause gegangen.

An jedem normalen Wochentag jedoch geht es um sieben oder halb acht zur Arbeit.

Wie ihr ja wisst arbeiten Lio und ich in der Schule und geben dort Deutschunterricht. An einem normalen Schultag machen wir mit den Kindern Aufgaben, lassen sie Texte vorlesen oder in Gruppen kleine Dialoge sprechen. Zuletzt haben wir mit ihnen deutsche Märchen und Geschichten gemacht. Jetzt stehen jedoch wieder Klassenarbeiten an und so müssen wir sie ein bisschen darauf vorbereiten, denn von selbst lernen sie leider ziemlich wenig und die letzten Deutschklausuren sind eher nicht so toll ausgefallen.

Allgemein klappt es meist besser ihnen Aufgaben zu stellen, die sie z.B. auf die Klausur vorbereiten, als freie Übungen zu machen. Dabei würde man bei Kindern ja eher das Gegenteil erwarten. Das Schulsystem, welches sich an dem französischen orientiert, bereitet die Kinder jedoch auch kaum auf freie und kreative Übungen vor und auch in den meisten Familien wird nicht viel Wert darauf gelegt, dass Kinder viel spielen und sich kreativ entfalten. Es gibt kaum Spielzeug und mit drei oder vier gehen die Kinder dann auch in einen Kindergarten, der eher an eine Vorschule erinnert. Eine andere Freiwillige arbeitet dort und so hatte ich auch die Gelegenheit mir diesen mal anzusehen. Frei spielen tun die Kinder kaum, sondern sie sitzen die meiste Zeit an ihren kleinen Tischen und müssen As schreiben oder Figuren ordentlich ausmalen. In der Schule gibt es dann auch nur vorgegebene Aufgaben, welche nicht sehr stark zum selbstständigen Denken anregen und so ist es kein Wunder, dass unser Unterricht zunächst ziemlich ungewohnt für sie war.

 

Momentan ist die Situation in der Schule jedoch ziemlich schwierig, da die Lehrer nicht bezahlt werden und so ist oft gar kein Unterricht. Auch die Klausuren müssen irgendwie bei der Stadt bezahlt werden und die Kinder brauchen eine Art Ausweis um überhaupt an solchen teilnehmen zu dürfen. Dafür reicht das Geld der Schule momentan jedoch vorne und hinten nicht, da die meisten Schüler auch ihr Schulgeld nicht bezahlt haben. Wir hoffen nur, dass die Drittklässler (vergleichbar mit der zehnten Klasse in Deutschland) wenigstens ihr BEPC (eine Art Realschulabschluss) machen können.

Neben der Schule arbeite ich ja noch im Krankenhaus. Jedoch auch nur Vormittags in den freien Stunden. Das Krankenhaus in Hiheatro hat eine Station für Frauen und Kinder und an allen Vormittagen außer Freitags kommen die Schwangeren Frauen dort hin zu einer Routineuntersuchung. Ich messe bei ihnen dann den Blutdruck und wiege sie. Anschließend trage ich alles in eine Art Krankenakte ein. Wenn eine neue Patientin zu uns kommt, fülle ich auch eine neue Akte für sie aus. Darin wird alles notiert, von ihrem Namen und Beruf über Krankheiten und ihre letzte Regelblutung bis hin zu Impfungen und Analyseergebnissen. Meist ist das eine ziemlich einfache Aufgabe, aber nicht immer können die Frauen, die zu uns kommen, französisch sprechen und dann muss erst eine andere gesucht werde, die Übersetzerin spielt. In der Regel sind die Patientinnen alle sehr jung. Die meisten bekommen ihr erstes Kind mit 18 bis 20, einige aber auch schon mit 16 oder 17. Die älteren Patientinnen haben dann mit 30 oft schon drei bis vier Kinder.

 

Freitags machen wir keine Routineuntersuchungen, sondern die Mütter kommen mit ihren Babys, um diese wiegen und impfen zu lassen. Bei den Kleinkindern sieht man oft, dass sie drei kleine schwarze Striche neben den Augen haben. Das sind Narben, die viele Togolesen sich zum Schutz vor Krankheiten machen lassen, doch nicht alle haben diese im Gesicht. Dazu nimmt man eine kleine Rasierklinge und schneidet feine Striche in die Haut, in die anschließend ein schwarzes Pulver aus Kohle und Kräutern gerieben wird.

Beim wiegen gucken wir dann auch, ob die Kinder eventuell unterernährt sind. Ist das der Fall werden sie in ein Register eingetragen und die Mütter müssen regelmäßig ins Krankenhaus kommen, damit die Kinder eine Art Pâte in Tütchen bekommen.

Der Freitag ist immer ein etwas stressiger Arbeitstag, denn es kommen meist sehr viele Mütter mit ihren Kindern.Da wir eine Hängewaage haben, muss den Babys vorher eine kleine Tragetasche mit Löchern für die Beine angezogen werden. Um das Gewicht nicht zu sehr zu verfälschen wird ihnen vorher die Windel, oder das Stofftuch, welches als Windel dient, ausgezogen. Nicht selten kommt es da vor, dass die Tragetasche als Ersatzwindel benutzt wird und der Untersuchungsraum anschließend gewischt werden muss. Außerdem finden Babys es anscheinend nicht so lustig gewogen zu werden, genauso wenig wie Spritzen zu bekommen und so ist das Geschrei immer groß. Die Impfungen, gegen Polio, Gelbfieber, Typhus etc., gebe ich natürlich nicht, sondern schaue nur dabei zu. Ich war ein bisschen erstaunt wie hier geimpft wird, denn ich dachte irgendwie dass man einfach in den Popo oder den Oberarm spritzt, ( ist das nicht in Deutschland auch so?) hier wird jedoch eine kleine Blase direkt unter die Haut gespritzt, sodass nach der Impfung ein kleiner Hügel auf der Haut entsteht.

Am Freitag werden auch die Geburtsurkunden ausgestellt, was in Togo immer ein etwas heikles Thema ist. Zunächst ist es immer noch ein Problem, dass viele einfach keine Urkunde ausstellen lassen und die Kinder anschließend große Probleme mit ihren Papieren bekommen. Dann tun sich viele Togolesen mit Namen irgendwie schwer. Es kommt nicht selten vor, dass irgendwie nicht der richtige Name des Vater angegeben wird oder die Mutter auch den Nachnamen vom Vater angibt, obwohl sie eigentlich einen anderen Nachnamen hat, oder der Vater in der Geburtsurkunde einen andern Namen für das Kind angegeben hat und die Mutter die Urkunde dann erst nicht wiederfindet. Wirklich verdenken kann man das den Leuten jedoch nicht, denn neben dem Namen der später auf der Urkunde steht, hat jeder Togolese und jede Togolesin meist noch ein paar andere Namen. So gibt es z.B spezielle Namen für den Wochentag, an dem man geboren wurde. In meinem Fall ist das z.B ein Freitag und so heiße ich Afi. Gibt es in der Familie zwei Mädchen mit dem Namen Afi, heißt die ältere Afigant und die jüngere Afivi. Auch für Zwillinge gibt es spezielle Namen, die dann nochmal von Ethnie zu Ethnie variieren. Sind die Zwillinge z.B Mädchen so wird der Erstgeborenen der Name Atchoupi und der Zweitgeborenen der Name Atchoupe gegeben. Bizarrerweise steht Atchoupi dabei für die Jüngere und Atchoupe für die Ältere, denn hier ist man der Ansicht, dass derjenige Zwilling, der als erstes auf die Welt kommt, erst für seinen großen Bruder/ seine große Schwester schauen muss ob die Welt auch gut ist, ist sie das nicht stirbt der/ die Ältere. Nach einer andere Tradition werden, wenn drei Mädchen hintereinander auf die Welt kommen, jedem Mädchen alle drei Namen auf den Unterarm tätowiert und auch hierbei gibt es wieder spezielle Namen in jeder Ethnie.

Doch nicht nur bei der Namensgebung, sondern auch sonst habe ich im Krankenhaus schon einiges gesehen, was mich etwas stutzig gemacht hat. Eine Frau hatte z.B eine Bauchkette um, die ihre Schwangerschaft schützen sollte. Leider ist das Baby jedoch vor der Geburt im Mutterleib gestorben. Die Frau ist nun ins Krankenhaus gekommen, damit das tote Kind herausgeholt werden konnte. Zunächst hat sie jedoch darauf bestanden, dass die Krankenschwester ihr die Bauchkette abschneidet, da es sonst nicht gelingen könnte.

Leider gibt es in einem Krankenhaus also nicht nur schöne Moment, wie bei einer Geburt dabei sein zu dürfen, oder den Müttern ihre neugeborenen Babys bringen zu können. Da Hiheatro jedoch ein sehr kleines Gesundheitszentrum ist und dementsprechend auch nicht so gut ausgerüstet, kommen die wirklich schweren Fälle nach Atakpamé ins große Krankenhaus und so bekomme ich von solchen traurigen Vorfällen nicht oft etwas mit.

Gerade in Bezug auf Medizin und Sexualität haben manche Togolesen leider immer noch einige sehr festgefahrene Ansichten. So nehmen viele z.B. immer noch an dass man von Selbstbefriedigung ernsthaft krank werden kann und jemand sagte mir sogar, dass Aids von den Weißen erfunden wurde, um die afrikanische Bevölkerung einzudämmen. In Bezug auf Medikamente sind sie hingegen nicht besonders skeptisch und nehmen gerne alles mögliche, einfach weil sie z.B. ein bisschen Kopfweh haben.

Neben den schwangeren Frauen und solchen die ihre Babys zur Untersuchung ins Krankenhaus bringen, kommen aber auch teilweise Patientinnen zu uns, die einfach krank sind. In Hiheatro gilt jedoch leider, wie in jedem anderen Krankenhaus in Togo auch, die Devise: "Wer nicht zahlt, wird nicht behandelt." Es gibt zwar auch hier Krankenversicherungen, aber da Togo kein Sozialstaat ist, sind diese nicht gesetzlich und wer sich keine leisten kann, hat eben auch keine. Außerdem funktionieren die Versicherungen hier nach einem ähnlichen Prinzip wie private Versicherungen bei uns, die Patienten müssen das Geld erst vorstrecken und die Krankenversicherung erstattet es dann nachher zurück, allerdings nur zu einem bestimmten Prozentsatz, der davon abhängt, wie viel der Patient in die Krankenversicherung einzahlt.

Im Krankenhaus ist allgemein eine sehr lockere Atmosphäre wie man es in Deutschland nie sehen würde. Auf dem Platz vor unserem Gebäude verkauft eine Frau morgens "Agban", das ist so etwas Ähnliches wie "Pâte", nur dass es etwas säuerlich schmeckt. Die Krankenschwestern kaufen sich dort dann morgens oft etwas und essen das dann auch ohne Bedenken vor ihren Patientinnen.

Außerdem gibt es keine festen Termine, wie man es aus Deutschland gewöhnt ist, sondern den Frauen wird einfach ein Tag gegeben. Um welche Uhrzeit sie dann kommen, ist ihnen freigestellt und viele kommen auch einfach gar nicht oder ohne vorher Bescheid zu sagen an einem anderen Tag, was jedoch nicht heißt, dass sie dann nicht behandelt werden.

Viele Togolesen und Togolesinnen arbeiten, jedoch nicht wie Lio und ich in Institutionen, welche sie regelmäßig bezahlen würden, sondern verkaufen Gemüse, Kleidung und Essen auf dem Markt oder fahren Moto-Taxi. Einige haben auch kleine Geschäfte oder Bars, doch generell ist die Situation in Togo sehr schwierig und die Arbeitslosigkeit hoch. In vielen Berufen, ist es nicht leicht genug zu verdienen um davon gut leben zu können und mit einer Familie ist es noch schwieriger. Wer hingegen Glück und einen Ministerposten erwischt hat, könnte nicht nur eine, sondern gleich mehrere Familien versorgen.

Besonders in sozialen Einrichtungen wie Waisenhäusern ist die Situation angespannt, denn vom Staat sind kaum Hilfen zu erwarten.

Am Mittag kommen dann alle von der Arbeit nach Hause zum Essen. Gekocht wird entweder von der Mutter, oder den älteren Mädchen, jedoch in der Regel nicht vom Vater. Auch gegessen wird eigentlich nicht zusammen. Der Vater sitzt mit seinen Söhnen am Tisch und alle anderen Essen in der Küche oder verteilt im Salon. Da uns als Freiwilligen aber irgendwie eine Sonderstellung zukommt, essen wir meist auch mit am Tisch, obwohl wir Frauen sind. Mittags, wie abends wird in Togo warm gegessen. Es gibt dann Bohnen mit Öl und Manjokmehl, Kochbananen und Yamspommes, Reis mit oder ohne Bohnen, Couscous, Nudeln, Pâte, oder Fufu ( ein fester Brei, der aus Yams und Manjok gestampft wird). Die Soßen werden meist mit Tomaten, Gemüse und Fisch oder Fleisch zubereitet. Es wird allerdings auch teilweise aus bestimmten Blättern und Palmöl eine Soße gekocht oder eine Soße aus Erdnussmus.

Nach dem Essen wird dann ein Mittagsschlaf gehalten, bevor es wieder zur Arbeit oder Schule geht, denn gerade in der Mittagszeit ist es so heiß, dass es Mord wäre zu arbeiten.

Da Lio und ich nachmittags frei haben, fahren wir oft in die Stadt, auf den Markt. In Togo gibt es keine richtigen öffentlichen Verkehrsmitteln, bis auf einen Postbus, der vom Süden bis in den Norden des Landes fährt, jedoch werden auch für diese Strecke oft private Taxis genommen. Diese werden dann bis oben hin voll beladen, sodass hinten mindestens vier und vorne drei Leute sitzen. Je nach Größe des Fahrzeuges kann dann auch noch das Dach beladen werden, mit Körben, Ziegen und allem was sonst noch so mit muss. Auf kleineren Strecken nimmt man jedoch ein Moto-Taxi. So nennt man die Motorräder, die einen gegen eine geringe Bezahlung von A nach B bringen. Wenn man Glück hat erwischt man dabei einen guten Fahrer. Das ist jedoch nicht immer der Fall und so muss man manchmal erst eine Achterbahnfahrt, um die Schlaglöcher herum, in Kauf nehmen um in die Stadt zu kommen.

Auf dem Markt gibt es fast alles was das Herz begehrt und vor allem sehr leckeres und günstiges Essen. Für eine große Portion Salat zahlt man z.B. weniger als einen Euro. An den leckeren kleinen Teigbällchen, frittiertem Soja, gekochten oder gegrillten Maiskolben usw. kommt man da auch einfach nicht vorbei. Aber auch wenn man gerade keinen Hunger hat, ist der Markt mit seinem bunten Treiben schon interessant. Die Frauen tragen alle möglichen Dinge auf dem Kopf, von Lebensmitteln über Schüsseln bis hin zu Kohle und viele sind dabei in den wunderschönen traditionellen Stoffen gekleidet. Auch die verschiedenen Frisuren sind wirklich interessant anzuschauen. Viele Frauen lassen sich Kunsthaar zu langen Zöpfen in ihre Haare flechten und teilweise sieht man auch, dass sie Zöpfe aus Draht haben. Kleine Mädchen tragen oft Zöpfe aus Wolle mit kleinen Perlen an den Enden.

Leider gibt es mittlerweile jedoch ziemlich viel europäischen Einfluss auf den Märkten. In den Läden werden z.B. viele importierte Produkte in Dosen verkauft. Ein ziemlich erschreckendes Beispiel ist meiner Meinung nach der Verkauf von Kaffee. Auch wenn in Togo Kaffee angebaut wird, ist dieser in den Läden hier so teuer, dass sich die Einheimischen nur importieren Instantkaffee von Nestlé o.a. leisten können. Außerdem ist es viel günstiger die aus Europa eingeschifften Altkleider zu kaufen, anstatt sich etwas aus Stoffen nähen zu lassen. Eine eigene Textilproduktion gibt es in Togo seit Jahren nicht mehr.

Am Abend gehen Lio und ich dann in einer togolesischen Tanzgruppe tanzen, was uns einen schönen Eindruck in die Kultur ermöglicht hat.

Neben traditionellen Tänzen und Liedern haben wir auch gesehen wie Trommeln gebaut und Kostüme gemacht werden. Die Gruppe kauft für ihre Trommeln nur den fertigen Holzkörper, bespannen tun die Leute sie dann nachher selbst mit Tierhäuten. Diese werden dazu vorher getrocknet, was echt nicht so toll riecht, anschließend zieht man sie mit einer bestimmten Technik auf die Trommeln und entfernt letztendlich das Fell mit einer Rasierklinge.

Als professionelle Tanzgruppe haben wir auch Auftritte in- und außerhalb von Atakpamé, z.B. bei Beerdigungen. Wenn jemand gestorben ist wird hier nämlich nicht wie bei uns getrauert, sondern ein Fest gefeiert. In der Nacht vor der Beerdigung kommen viele Leute zusammen, es wird getanzt, gesungen, gegessen und manchmal werden eben auch Tanzgruppen eingeladen (je nachdem wie groß die Beerdigung ist). Getrauert wird dann eher im Stillen als in der Öffentlichkeit, denn in Togo bringt es Unglück um einen Gestorbenen zu weinen. Angeblich erfreue sich der Tod dann an den Tränen und würde noch mehr Opfer fordern.

Am Wochenende geht man dann auch in Togo abends aus. Meist in Bars, wo man ein bisschen trinkt und auch tanzen kann. Im Moment ist die sogenannte "Azonto" Musik, die ihren Ursprung in Ghana hat, hier ziemlich im Trend. Es gibt dazu einen bestimmten Tanz den so ungefähr jeder Togolese tanzen kann. Die Preise hier in den Bars und Restaurants sind in keiner Weise mit denen in Deutschland vergleichbar. Eine 0,6l Cola  kostet z.B. nur etwas mehr als 50cent. In die Bars gehen sowohl Frauen als auch Männer und Alkohol trinken ist für Frauen auch kein Tabu, Zigaretten hingegen sind generell verpönt und bei Frauen besonders.

Da man um nach Hause zu kommen wieder ein Moto-Taxi nehmen muss, sollte man das nicht zu spät tun. Zumindest nicht um nach Hiheatro zu kommen, denn die Straße dort ist nicht unbedingt die Sicherste. Es gibt fast kein Licht und man fährt ein Stück bevor man in eine Ortschaft kommt. Diebe o.ä. haben so ein leichtes Spiel. Gerade jetzt in der Regenzeit kommt es jedoch nicht selten vor, dass man abends von einem heftigen Schauer überrascht wird und wenn dann auch noch der Strom ausfällt, was eigentlich immer die logische Konsequenz ist, ist es fast unmöglich noch einen Taximann zu finden.

Meist schafft man es dann aber doch irgendwie noch Heim zu kommen. Am Wochenende wird bei meiner Gastfamilie dann nach dem Abendessen immer eine bestimmte Soap im Fernsehen geschaut. Davon sind irgendwie ziemlich viele Togolesen Fans. Die Waisenkinder setzen sich z.B. auch am Wochenende alle zusammen ins Haus und schauen das gemeinsam an und auch ich kann mich nicht davon frei sprechen, dass ich mich mittlerweile darauf freue das mit meiner Gastfamilie zu schauen.

Spätestens um elf geht es dann aber auch ins Bett, denn am nächsten Morgen heißt es wieder früh aufstehen. Meine Gastschwester schläft nachts genau wie die Waisenkinder immer auf einer Strohmatte, was sie jedoch nicht sonderlich zu stören scheint. Nachdem ich eine Nacht mal auf so einer Matte vor dem Haus geschlafen habe, weil mein Ventilator, wegen einem Stromausfall, aus und die Hitze im Zimmer einfach nicht auszuhalten war, kann ich jedoch sagen, dass das wirklich nicht das Komfortabelste ist, wenn man nicht daran gewöhnt ist.

Wenn dann alle Lichter aus sind, wagen sich nur noch die Hexen und Glühwürmchen aus ihren Betten. Letztere habe ich mit eigenen Augen gesehen, Hexen aber zum Glück noch nicht, auch wenn ich nicht unbedingt an sie glaube. Togolesen tun das jedoch schon und zwar ausnahmslos. Es heißt, dass Hexen nachts in Form von Vögeln in Schlafzimmer eindringen um ihre Opfer zu essen. Diese werden dann im realen Leben krank und sterben nach ein paar Tagen. Hexen können jedoch nur Leute aus ihrer eigenen Familie töten, deren Zeremonien sie folglich kennen, anderen können sie nur Schaden zufügen. Zudem gehen viele Togolesen davon aus, dass die Hexen des Nachts in eine Art eigene Realität eintreten, wo es Dinge gibt die normale Leute nicht sehen können. Dort soll es z.B. auch riesige Flugzeuge geben, die als Beispiel gedient haben sollen um die Flugzeuge in unserer Realität zu erfinden. Über Hexen existieren hier eine ganze Reihe von Mythen und leider mit ziemlichen Ausmaßen - Hexen werden hier von Heilerinnen immer noch verfolgt um ihnen anschließend eine Zeremonie zu machen. Diese sehen dann meist so aus, dass die Hexen nackt ausgezogen und mit Besen gewürgt werden und man ihnen die Haare abrasiert. Leider sind viele Leute hier davon überzeugt, dass das gut und richtig ist und solche Zeremonien auch Beweise liefern ob es sich um eine echte Hexe handelt, oder nicht.

Wer nach solchen Schauergeschichten dann noch ein Auge zu tun kann, dem wünsche ich nun eine gute Nacht!

Die Mücken sind wieder da

22Mai2013

Mit der Regenzeit sind auch die Mücken wiedergekommen und das hat sich auch prompt ausgezahlt. Ich hatte nämlich meine erste Malaria. Nun kann man zwar sagen, dass man ja wohl auch nicht ein Jahr in Afrika verbringen kann ohne mindestens einmal Malaria gehabt zu haben, aber darauf hätte ich trotzdem gerne verzichten können. Donnerstag Abends hatte ich nur leichte Kopfschmerzen und mir war ein bisschen übel, dabei hab ich mir dann natürlich nichts weiter gedacht. Am Freitag Abend ging es mir dann zwar schon ziemlich schlecht und ich hatte Fieber, aber die Malaria hat sich damit so lange Zeit gelassen bis es schon zu spät war ins Krankenhaus zu gehen. Dort bin ich dann erst am Sonntag gelandet, weil es mir samstags schon wieder trügerisch gut ging. Es war dann aber auch höchste Zeit, denn mit fast 42° Fieber konnte ich mich kaum noch selbst auf den Beinen halten und mein Kopf hätte es sicher geschafft aller Logik zu trotzen und zu platzen. Einen Sonntag im Krankenhaus anstatt in der Kirche, zwei Infusionen und ein bisschen Atemether später ging es mir dann schon wieder besser. Zum Glück haben sich meine Freunde auch super um mich gekümmert. Trotzdem macht einen eine Malaria auch zwei Wochen nachher noch schlapp und hat fiese Nebenwirkungen. Neben komischen Alpträumen während der Krankheit selbst, hatte ich bestimmt zwei bis drei Wochen danach auf nichts Appetit, alles hat mich genervt und ich war ziemlich reizbar.

Als wir hier dann einige Wochen später Besuch von einer befreundeten Tanzgruppe aus Kpalimé hatten, gings mir zum Glück wieder bestens. Zwar war ich beim Tanzen immer noch schnell kaputt, aber das hat sich jetzt auch wieder gelegt.

Der Besuch war schon seit längerem für den 27. April, den Tag der togolesischen Unabhängigkeit, geplant. Die Gruppe aus Kpalimé war hauptsächlich eine Freiwilligengruppe, zwar waren die Musiker Togolesen, aber es gab nur zwei togolesische Tänzer. Sie haben dann das ganze Wochenende in Atakpamé verbracht, wir haben zusammen gegessen, am Samstag Morgen gab es eine Karawane durch die Stadt und am Nachmittag einen gemeinsamen Auftritt. Da wir uns genau den Unabhängigkeitstag ausgesucht hatten, waren es eine ganze Menge Gruppen, die bei dem Umzug durch die Stadt mitgemacht haben. Am Ende der Straße war dann eine große Tribüne aufgebaut, wo alle Autoritäten der Stadt saßen und ein großes Foto des Präsidenten hing hinter den Sitzen. Ich hatte irgendwie gemischte Gefühle dabei mit einer riesigen Togoflagge über den Platz zu laufen, wo alle Augen auf uns gerichtet waren. Warum kann ich auch nicht so genau sagen, vielleicht einfach weil ich ja eigentlich keine Togolesin bin. Der Auftritt war dann nachher auch wirklich cool. Es war schön die Tänze der anderen zu sehen, die so ganz anders als unsere waren. Leider hat uns der Regen irgendwann überrascht, aber ein paar Mutige haben dann einfach Akrobatik im Regen gemacht. Die Gruppe aus Kpalimé hatte nämlich eine Art Schlangenmensch mit, der seine Arme auf ziemlich gruselige Weise verbiegen und damit sogar seilspringen konnte (ja mit seinen Armen). Es war auf jeden Fall ein schönes Wochenende und ich freue mich schon, dass wir für nächsten Monat nach Kpalimé eingeladen sind.

Am ersten Mai war dann auch in Togo ein Feiertag und wir haben die Gelegenheit genutzt um zum größten Wasserfall Togos nach Badou zu fahren. Da uns in der Woche auch Nils und Jonas, zwei Freiwillige aus Ghana, besucht haben, hat sich das natürlich doppelt gelohnt. Leider hatten wir ein bisschen Pech und am Vorabend hat es wie aus Eimern geschüttet, sodass die ohnehin schon schwer zu befahrene Straße ein Alptraum war. Die Fahrt, die nicht weiter als bis nach Lomé ist, hat dass ca. fünf Stunden gedauert. Und das letzte Stück konnte unser Auto beim besten Willen nicht mehr fahren, sodass wir für die letzten zwei Kilometer Motorräder nehmen mussten, die dann auch fast im Schlamm stecken geblieben sind.

Bei dem Schlamm konnten wir beim besten Willen nicht zu dritt auf dem Motorrad fahren.

Trotz der Strapazen hat sich der Ausflug aber gelohnt, denn den Anblick sollte man sich wirklich nicht entgehen lassen. Doch nicht nur der Wasserfall ist der Hammer, sondern auch die Urwald-ähnliche Landschaft. Wir haben sogar ein paar reife Kakaopflanzen gefunden. Die Kerne der Pflanzen sind mit einer süßen weißen Schicht überzogen, die man ablutschen kann.

                              Der größte Wasserfall von Togo.

Eine Woche später stand dann gleich noch ein Ausflug an, denn Lio und ich sind mit dem Deutschclub zum Staudamm in Nangbeto gefahren. Auch ohne unsere Hilfe treffen die Schülerinnen und Schüler sich jetzt nämlich immer zur Mittagszeit um Sketche und weiteres vorzubereiten. Seit längerem hatten sich nun auch einen Ausflug geplant und haben uns gefragt, ob wir nicht mitkommen wollten. Das haben wir uns dann natürlich nicht entgehen lassen. Am Vorabend haben wir alle zusammen gekocht um dann in Nangbeto ein Picknick zu machen. Lio und ich haben auch noch kurzfristig einen Sketch vorbereitet um die Anderen zu überraschen. Mit zwanzig Leuten ging es dann im Bus nach Nangbeto. Diejenigen von euch, die schon vergessen haben wie es ist, mit einer Schulklasse einen Ausflug zu machen, erinnere ich an dieser Stelle nochmal an die Ohropacks, denn singen ist zwar schön, aber man sollte aufgedrehte Mädchen nicht in ihrer Lautstärke unterschätzen. Zum Glück sind wir rechtzeitig angekommen bevor unsere Trommelfelle geplatzt sind. In Nangbeto haben wir dann den Staudamm besichtigt, der sowohl Benin als auch Togo mit Strom versorgt. Er macht dabei jedoch nur fünf Prozent des togolesischen Gesamtverbrauchs aus. Der Damm ist trotzdem riesig und wenn man Glü ck hat kann man im oberen Wasserbecken Nilpferde sehen. Wir haben leider keine gesehen, aber auch so war die Führung ganz interessant.

                             Der Deutschclub in Nangbeto.

Mittags haben wir dann unser geplantes Picknick gemacht. Es gab Reis mit Erdnusssoße und ein paar Schüler haben noch eine ganze Menge Popcorn besorgt. Kein Wunder, dass ich mich danach kaum noch von der Stelle bewegen konnte. Getanzt wurde trotzdem und Lio und ich haben unseren Sketch vorgespielt. Besonders viel verstanden haben die Schüler zwar nicht, aber gefreut haben sie sich trotzdem.

So schön der Ausflug auch war, so wurde er doch ein bisschen von einem traurigen Ereignis überschattet. Ein vierjähriger Junge aus dem Waisenhaus ist nämlich in der Woche zuvor gestorben. Was er genau hatte konnten die Ärzte auch nicht sagen, doch vermutlich war es eine Malaria. Da der kleine ein ziemlich schwaches Immunsystem hatte, konnte sein Körper gegen diese nicht ankämpfen. Für mich war es wirklich schlimm, die Kinder so traurig zu sehen und auch die Beerdigung, bei der wir einen Tag nach seinem Tod waren, war mehr als schwierig mit anzusehen. Da nicht genug Geld für einen Sarg da war, wurde er in Tücher gewickelt und dann so in das Grab gelegt, welches einer aus dem Waisenhaus selbst ausgehoben hatte. Auch wenn es in Togo nicht gut sein soll um einen Toten zu weinen, konnte ich dagegen nichts machen.

Am Sonntag Abend haben wir dann noch mit den Kindern gekocht, auch wenn ich aufgrund meines Geschicks mir in den Finger zu schneiden davon ausgeschlossen wurde. Es gab nochmal Reis mit Erdnusssoße, aber davon kann man auch nicht zu viel essen. Es war auf jeden Fall schön nach diesem traurigen Ereignis etwas mit den Kindern außerhalb der Schule zu unternehmen. Ich hatte auch das Gefühl, dass es ihnen wieder gut ging.

Am Montagmorgen bin ich dann ganz früh nach Lomé gefahren um mein Visa zu erneuern. Dort haben wir dann die Zeit genutzt um Freunde zu besuchen und mit ihnen zusammen Fufu zu machen.

Sandra, die Tochter von Freunden, sieht schon ziemlich cool aus mit meiner Sonnenbrille.

Aber natürlich lag ich nicht nur krank im Bett, oder habe Ausflüge gemacht, sondern habe auch gearbeitet. Im Projekt selbst ist nicht wirklich viel spannendes passiert. Da es aufs Ende des Schuljahres zugeht, haben die Lehrer oft keine wirkliche Lust mehr Unterricht zu machen und auch die Meisten Schüler nehmen es nicht mehr so ernst in die Schule zu gehen, dabei stehen die Abschlussprüfungen vor der Tür.

Das Desinteresse der Lehrer ist aber nicht nur auf das fortgeschrittene Schuljahr zurückzuführen, sondern rührt auch daher, dass sie einfach nicht bezahlt werden. Wir hatten in letzter Zeit mehrere Lehrerbesprechungen mit dem Gründer des Waisenhauses, doch der kann auch nicht viel mehr machen als die Lehrer zu ermutigen, dass es hoffentlich bald besser wird.

Ich habe ja letztes Mal schon kurz erwähnt, dass wir in Deutschland einen Verein gegründet haben. Zunächst ist natürlich angedacht mit den Spendeneinnahmen das Waisenhaus zu unterstützen, aber da die Schule praktisch mit zum Waisenhaus gehört soll diese auf lange Sicht auch mit unterstützt werden. Schließlich betrifft es auch die Waisenkinder, wenn die Lehrer schlechten oder überhaupt keinen Unterricht machen. Der einzige Nachteil, den ich darin sehe, dass die Lehrer nun auch von unserer Idee, die Schule zu unterstützen, wissen, ist dass sie sich nun sehr stark auf uns verlassen. Ich hoffe der Gründer des Waisenhauses zeigt trotzdem weiterhin Eigeninitiative, denn bisher haben wir ja noch keine feste monatliche Summe, die wir spenden können.

Was den Verein selbst betrifft, so sind wir schon ein ganzes Stück weiter gekommen. Zunächst hatten wir ja angedacht auch hier in Togo einen Verein zu gründen, nachdem wir aber nochmal mit Ernest darüber geredet haben sind wir zu dem Endschluss gekommen, dass wir auch einfach mit AJPDEC zusammen arbeiten können. Das hat den Vorteil nicht unnötig Geld für eine Vereinsgründung auszugeben und außerdem kennen wir und die Kinder den Verein schon gut. Der nächste Schritt ist nun also ein Partnervertrag. Aber wir haben auch schon ein paar Erfolge erzielt. Erstens gibt es jetzt eine Internetseite (www.lebensfreundetogo.de), die ihr euch gerne mal anschauen könnt und zweitens haben wir schon erste Spenden gesammelt. Mit diesen Spenden konnten wir unter anderem fünf Kindern dabei helfen ihre Geburtsurkunde ausstellen zu lassen. Ohne diese sind die Kinder nämlich nicht zu Prüfungen zugelassen. Vier Kinder hätten so nicht aufs College gehen können und ein Mädchen, hätte nach ihrer abgeschlossenen Friseurausbildung nicht anfangen können zu arbeiten.

Hier sind im Moment leider keine Pfingstferien, aber insgesamt habe ich auch nur noch knapp 1,5 Monate im Projekt, denn im Juli sind schon Ferien.

Das wars erst mal von meiner Seite.

Liebe Grüße aus Togo!

 

Von Ostereiern, Grotten und Holzfetishen

09April2013

Nun ist der März schon wieder vorbei( die Zeit vergeht einfach viel zu schnell!) und ich habe mal wieder eine menge zu berichten.

Wie im letzten Blogeintrag schon erwähnt, sind Lio und ich Anfang März mit Ernest nach Lomé gefahren um den Rotaryclub um Spenden für das Waisenhaus zu bitten. Leider sind wir beide vor der Reise ein bisschen krank geworden, aber verschieben wollten wir sie deswegen nun auch nicht. Angekommen in Lomé haben wir uns auf den Weg zu einer Bekannten von Ernest gemacht, bei der wir die zwei Tage übernachtet haben. Akoffa, war ungefähr in unserem Alter und super nett, unsere Unterkunft dementsprechend sowohl preislich als auch von der Atmosphäre her, viel besser als im Hotel zu übernachten. Am ersten Abend sind wir dann zum ersten von insgesamt zwei Rotarytreffen gefahren. Ernest hat uns schon vorher ermahnt uns schick anzuziehen und das war bei dem Hotel, in dem die Sitzung stattfand, auch angebracht. Ich hab mich ehrlich gesagt zunächst ziemlich unwohl gefühlt. Nicht nur dass das Hotel eindeutig nur von der gehobeneren Schicht bewohnt wird, uns Getränke und Snacks serviert wurden und alle im Anzug waren, nein Ernest hat sich auch noch überlegt, dass ich das Problem doch mal in französisch vor der ganzen Gesellschaft präsentieren könnte. Nach über einem halben Jahr in Togo und sieben Jahren Schulfranzösisch kann ich mich natürlich ganz passabel ausdrücken, aber aufgeregt war ich trotzdem. Im Endeffekt war alles nicht so schlimm wie gedacht und ich habe die Situation ganz ordentlich geschildert. Am zweiten Abend war das Ganze dann auch kein Problem mehr, was vielleicht auch ein bisschen daran lag, dass der zweite Club generell kleiner war und sich nicht alle so schick gekleidet haben. Am Ende der Sitzung hab ich es dann sogar geschafft ohne komplett rot zu werden einen Witz zu erzählen, spätestens da war es dann mit dem unwohl fühlen auch vorbei. Obwohl die Sitzungen augenscheinlich also ganz gut gelaufen sind, haben wir von den Rotariern leider keine finanzielle Unterstützung erhalten. Das hängt vermutlich auch mit einer Problematik zusammen, welche schon in Lomé angesprochen wurde. In den vergangenen Jahren hat der Club immer mal wieder kleine Summen gespendet, z.B zu Weihnachten oder um Schulhefte zu kaufen. Wie Lio und ich ja auch schon festgestellt haben ist das natürlich keine Dauerlösung und dieses Problem sieht auch der Rotaryclub. Langfristig gesehen bringt es im Prinzip gar nichts wenn sie immer mal wieder Hilfe leisten, sondern es müsste eine dauerhafte Finanzierung für das Waisenhaus geben. Die Vorsitzenden haben in Hinblick darauf zu bedenken gegeben, dass es eigentlich überhaupt nicht tragbar ist ein Waisenhaus ohne richtigen Rückhalt zu führen. Dagegen ist natürlich nichts zu sagen, sondern es trifft die Situation genau. Uns wurde dann nah gelegt, dass wenn der Rotaryclub das Waisenhaus tatsächlich langfristig unterstützen sollte, der Gründer selbst nach Lomé kommen müsste. Demzufolge konnten wir weiter auch nichts machen. Denn der Rotaryclub hat ja Recht, im Prinzip wäre es die Aufgabe des Gründers eine langfristige Lösung zu finden.

Man muss ja wirklich sagen, dass der Rotaryclub viel Unterstützung leistet, teilweise auch in Bereichen wo es in meinen Augen Aufgabe der Staates wäre zu helfen. Aber als wir später von den Mitgliedern des Vereins noch auf etwas zu trinken eingeladen wurde, war es für mich schon irgendwie befremdlich selbst so einen Luxus wie ein klimatisiertes Auto zu genießen.

Abgesehen davon, dass wir in Hinblick auf unsere Arbeit leider nichts erreicht haben, war das Wochenende in Lomé aber doch ganz schön. Wir haben Lisa aus Kpalimé getroffen und uns außerdem ein bisschen auf dem riesigen Kunstmarkt von Lomé umgesehen, wo ich ziemlich günstig eine afrikanische Maske erstanden habe.

                        

Schon vor unserer Reise nach Lomé haben Lio und ich überlegt einen Verein zu Gründen, der das Waisenhaus in Form eines Patenschaftsprojekts unterstützen könnte. Nachdem unsere Bemühungen beim Rotaryclub nun erfolglos waren, haben wir uns dann in erster Linie auf diese Idee konzentriert. Nach einem ersten Treffen mit Odile, meiner Mentorin, haben wir drei Interessierte gefunden, die bereit wären einen Vorstand für eine togolesische Partnerorganisation zu gründen. Währenddessen hat ein Freund von Lio in Deutschland alles in die Wege geleitet um den Verein in Deutschland zu gründen und dieser existiert nun seit Ostern unter dem Namen Lebensfreunde Togo. Bis jetzt haben wir ca. 15 Mitglieder, falls jemand also noch Interesse hat kann er sich gerne melden, sei es um selbst Mitglied zu werden, oder einfach für weitere Informationen. In Togo sind wir noch nicht so weit, dass wir schon einen Verein gegründet haben, da das ganze hier etwas komplizierter ist, aber ein nächstes Treffen ist geplant. Bei diesem nächsten Treffen soll dann der endgültige Vorstand festgelegt und bestenfalls ein Name überlegt werden. Außerdem werden wir bis dahin wohl ein paar mehr als drei Personen zusammen bekommen haben, denn für eine Vereinsgründung braucht es mindestens 7 Personen.

Bei unserem ersten Treffen für den neuen Verein.

In Atakpamé ging unsere Arbeit dann noch zwei Wochen ihren gewohnten Gang, bevor Lio zu einer Reise nach Ghana aufgebrochen ist und hier auch die Ferien vor der Tür standen.

In der letzten Schulwoche wurde „Semaine culturelle“ gefeiert. Das heißt eine Woche lang nur kulturelle Aktivitäten. Da Lio ja leider nicht mehr da war, habe ich das Programm dann mit den anderen Lehrern alleine zusammengestellt. So haben wir dann einen Diskussionsnachmittag zum Thema Aids und allgemeine Verhütung gemacht, getanzt, gesungen, Sketche gespielt und ein Fußballturnier veranstaltet. Für die Diskussion habe ich mir ein paar Materialien aus dem Krankenhaus geliehen um den Schülern die verschiedenen Verhütungsmaßnahmen zu veranschaulichen. Man sollte ja meinen, dass die Kinder in dem Altern in dem sie gerade sind das Ganze nicht besonders ernst nehmen und sich lustig machen. Zu meiner Überraschung haben sich die Schüler jedoch ziemlich erwachsen verhalten, was man von den Lehrern selbst nicht unbedingt behaupten kann. Einige Jungs haben dann ein paar provozierende aber nicht unangebrachte Fragen gestellt. Der eine wollte z.B. wissen ob die Ansteckungsgefahr mit dem HIV Virus beim Oralsex größer ist. Anstatt ihm eine vernünftige Antwort zu geben, haben die Lehrer komplett schockiert reagiert und angefangen ihn zurechtzuweisen, dass man sowas generell nicht mache und, dass das Dummheiten wären. Letztendlich bin ich dann eingeschritten und habe ihm seine Frage beantwortet, ob ich die Autorität der anderen Lehrer damit untergraben habe weiß ich nicht genau. Jedoch wollte ich auch, dass den Kinder unser Vortrag etwas bringt und sie etwas daraus lernen. Ich hatte nachher auch nicht das Gefühl, dass die Kollegen es mir übel genommen haben.

Doch das war nicht das einzige Mal in der kulturellen Woche, dass ich mich über das Kollegium geärgert habe. Der Englischlehrer hat nämlich einfach festgelegt, dass ich für ein geplantes Picknick am Freitag zum einen für alle Lehrer kochen und sie zusätzlich alle auf ein Getränk einladen sollte. Ich hätte ja nichts dagegen gehabt etwas zu kochen oder auch ein Getränk auszugeben, aber so war es einfach ungerecht, denn niemand anders als ich sollte etwas vorbereiten. In dieser Situation habe ich mich ziemlich deutlich als Außenseiter gefühlt. Es kam mir vor als ob für die Lehrer feststehen würde, dass ich als Weiße automatisch mehr Geld habe und dementsprechend für alles alleine aufkommen muss. Da ich es aber in keinster Weise eingesehen habe, diesem Wunsch gerecht zu werden, habe ich am Freitag anstatt in der Schule im Krankenhaus gearbeitet. Natürlich nicht ohne mich vorher abzumelden. Mir war zwar bewusste, dass das eigentlich keine gute Art ist mit dem Problem umzugehen, andererseits wollte ich aber auf so einer Grundlage auch keine Diskussion anfangen.

Der Vormittag an dem die Schüler getanzt und Sketche gespielt haben war dann aber sehr schön, genauso wie das Fußballturnier. Die Jungs von unserer Schule sind gegen die Mannschaft der Nachbarschule „Le réveille“ angetreten. Die Mädels haben zwar nicht mitgespielt aber von der Bank aus super angefeuert und eine riesige Tonne selbstgemachten Zitronensaft für die Spieler mitgebracht. Am Ende haben wir dann auch 1:0 gewonnen. Die Jungs nach einem erfolgreichen Spiel. Ganz links der Manager des Teams ;)

Die Osterferien waren für mich dann leider nicht so erholsam, denn im Krankenhaus hat man nicht frei. Ich fand es aber überhaupt nicht schlimm nicht frei zu haben, denn die Arbeit im Krankenhaus macht mir richtig Spaß. Ich darf zwar keine Spritzen geben, Infusionen legen oder sowas, aber trotzdem sind auch die kleinen Erfolge schön. Mittlerweile brauche ich z.B. keine Hilfe mehr dabei die Akten auszufüllen und auch die Kleinkinder zu wiegen und ihr Gewicht zu notieren. Nur manchmal ist es schwierig, wenn die Frauen kein Wort französisch sprechen, doch wenn noch andere Mütter im Wartezimmer sitzen, sind diese meist hilfsbereit und übersetzen für mich.

Am Ende der Ferien ist Lio dann mit ihrem Freund aus Ghana wiedergekommen und ich wollte eigentlich mit den Beiden und Atchou nach Dapaong fahren um dort die Grotten von Nano zu besichtigen. Leider war Lio aber von der Reise noch etwas angeschlagen und so haben wir dann Ostern in Atakpamé verbracht und ich habe mir letzte Woche drei Tage freigenommen um den Trip nach Dapaong nachzuholen. So bringt alles schlechte doch immer noch etwas Gutes.

Ostern wird hier wie Weihnachten auch mehr in der Kirche als beim Essen zuhause mit der Familie verbracht. Von Samstag auf Ostersonntag verbringt man traditionell die Nacht in der Kirche um dann am Morgen nochmal in den Gottesdienst zu gehen. Die jungen Leute ersetzen die Nacht in der Kirche dadurch auszugehen und so habe ich auch nur den Sonntagsgottesdienst mitgemacht. Danach war hier dann aber doch „Full house“, zwar war nicht die ganze Familie, dafür aber die halbe Kirchengemeinde zu Besuch und es wurde getrunken, gegessen und getanzt. Um ein bisschen den deutschen Traditionen treu zu bleiben haben Lio und ich dann am Montag mit unseren Freunden Ostereier angemalt. Bei dem hier unbekannten Brauch hatten die Togolesen natürlich trotzdem Spaß wie die kleinen Kinder und wir natürlich auch. Nur Wasserfarben sind wohl nicht so gut geeignet, wenn man bedenkt dass Babyspucke den gleichen Effekt hat wie Wasser und meine kleine Gastschwester die Finger natürlich nicht von den bunten Eiern lassen konnte.

                                Dieses Jahr sind die Ostereier natürlich in den Farben von Togo!

Letzten Mittwoch ging's dann also doch noch los nach Dapaong. Die Fahrt war zwar super lang, aber nicht allzu anstrengend, da wir ein Auto gemietet hatten. Es war wohl das erste Mal in Togo, dass ich Platz in nem Auto hatte. Nach knapp zehn Stunden inklusive kleinem Stau vor Kara, verursacht durch einen Laster, der einen Abgang über die Böschung gemacht hat, sind wir abends in Dapaong angekommen. Wobei ich zu dem Unfall noch sagen muss, dass hier scheinbar nichts passieren kann ohne dass irgendetwas seltsames mit im Spiel ist. So hat uns der Fahrer nachdem wir die Unfallstelle passiert hatten erzählt, dass angeblich niemand mehr in dem Wagen saß als der Unfall passiert ist. Die Person wäre wohl einfach so verschwunden als sie gemerkt hat, dass etwas passieren wird. Ob es stimmt weiß ich natürlich nicht, aber zumindest habe ich keine verletzten gesehen geschweige denn Sanitäter.

Am nächsten Morgen sind wir dann von Dapaong ziemlich früh nach Nano aufgebrochen. Ich hätte ja gedacht, dass es im Norden auf keinen Fall schon reife Früchte gibt, aber da es dort heißer ist als bei uns im Süden, konnte man keine zwei Meter gehen ohne nicht an mehreren riesigen Bergen von Mangos vorbei zu kommen. Gerade weil eine ganze Tüte voll der gelben Früchte nur knapp zehn Cent kostet, haben wir uns dann für die Fahrt zu den Grotten ordentlich mit Proviant eingedeckt.

Auf dem Weg die Berge hinauf, wo sich die Grotten befinden sind wir durch mehrere kleine Dörfer gefahren. Ich hab zwar auch hier schon Lehmhüttensiedlungen gesehen, aber im Norden sind diese nochmal eindrucksvoller. In den kleinen Dörfern gibt es kaum andere Häuser als die kleinen runden Bauten mit ihren „Strohdächern“.Zudem stehen die Häuser nur in vereinzelten kleinen Grüppchen, sodass die Dörfer noch kleiner wirken.

Ein Dorf in der Nähe von Nano.

Nein ich möchte keinen Reiseführer schreiben der Touristen anlocken soll, aber oben angekommen war die Aussicht echt atemberaubend. Ein bisschen musste ich an die Königsfelsen aus dem König der Löwen denken, wo Simba sein Land gezeigt wird. Natürlich gibt es in Togo nicht mehr so viele exotische Tiere und ganz so beeindruckend ist die Landschaft auch nicht, aber es geht eben ziemlich tief den Abhang hinunter und so weit das Auge reicht sind nur Savanne und ein paar vereinzelte Häuser zu sehen.

Na wenn das keine Aussicht ist...

Zu den Grotten ging es dann eine steile Leiter runter. Dank meiner Höhenangst zwar immer noch eine kleine Herausforderung, aber besser als die Lianen an denen die Leute früher den Felsen heruntergeklettert sind.

Wo früher Lianen waren - heute eine gesicherte Leiter.

Der Guide hat uns nämlich erklärt, dass die Grotten einst zum Zufluchtsort der ansässigen Ethnie wurde, als eine Art Bürgerkrieg zwischen zwei Ethnien herrschte. Im 18. - 19. Jahrhundert haben sich die Moba dort vor den Chokossi versteckt . Zahlreiche kleiner Speicher aus Lehm, in denen früher die Essensvorräte verstaut wurden und die glatte Oberfläche der Steine, auf denen die Moba schliefen und saßen erinnern noch an diese Epoche.

Dort wo man die Löcher in den Lehmgebilden sieht, wurde früher das Essen gelagert.

Auf dem Rückweg wollten wir eigentlich noch nach Koutamakou, ein Dorf, was aufgrund der traditionellen Häuser für Touristen ziemlich beliebt ist, fahren. Anders als den Infos zufolge, die wir an der Straße bekamen, war die Strecke dorthin allerdings 36km lang anstatt nur acht. Da es schon Nachmittags war, haben wir dann auf die ca. dreistündige Fahrt auf einer Schlaglochpiste verzichtet.

Die Reise hat sich insgesamt wirklich gelohnt. Die Grotten waren super sehenswert und unser Fahrer war auch richtig nett.

Als ob das nicht schon genug Aufregung in der kurzen Zeit ist, habe ich in Atakpamé noch erste Bekanntschaft mit einer richtigen Voodoo Zeremonie gemacht. Da viele unserer togolesischen Freunde Animisten sind war ich mit kleineren Ritualen schon ein bisschen vertraut. Zum Beispiel wird vor Reisen oft ein bisschen Gin oder Wasser auf den Boden geschüttet, aber darüber hinaus habe ich eigentlich recht wenig von besagten Bräuchen mitbekommen. Jemand aus der Tanzgruppe war aber nun ernsthaft krank. Auf meine Frage warum er dann nicht einfach ins Krankenhaus gehe, wurde mir erklärt, dass es hier zwei Arten von Krankheiten gibt, entweder es handelt sich um eine gewöhnliche bzw. natürliche Krankheit, in dem Fall wird der Patient ins Krankenhaus gebracht, oder es handelt sich um eine Art Fluch. Letzteres würde im Krankenhaus zum Tod führen und so musste die ganze Gruppe dann nachts zur „Fetisheuse“ fahren um ihn heilen zu lassen. Ich muss zugeben, dass ich im Vorhinein ein etwas mulmiges Gefühl hatte, was letzten Endes aber unbegründet sein sollte. Wie bei den Zeremonien die ich bereits kannte wurde Gin getrunken und auf den Boden geschüttet und dazu wurde getrommelt und getanzt. Die Heilerin hat dem Kranken dann eine kleine Schale mit Kräutern auf den Bauch gedrückt. Nach ca. zehn Minuten hat sie diese dann weggenommen und den Inhalt auf dem Boden ausgeleert. Neben den Kräutern war jetzt noch ein kleiner Gegenstand aus Holz, Fäden und Muscheln in der Schale. Angeblich ist dieser Gegenstand durch einen Fluch in den Körper des Betroffenen eingesetzt worden und hätte ihn getötet, hätte man ihn nicht entfernt. Im Laufe des Abends hat die Heilerin dann noch ohne mit irgendjemandem zu sprechen ähnliche Gegenstände aus zwei weiteren Personen entfernt. Ein bisschen unheimlich war das ganze schon und mir persönlich fällt es auch nach wie vor schwer an diese Dinge zu glauben. Andererseits ist mir aber auch bewusst das der Glaube für die Menschen hier eine große Bedeutung hat und ein starker Glaube eben auch starke Auswirkungen haben kann. Außerdem begegnen mir in Bezug auf dieses Thema immer wieder Phänomene, die ich nicht erklären kann. Aber das kann man bei Zaubervorführungen eben meist auch nicht.

Als ich z.B. neulich mit Atchou in einem Dorf hinter Hiheatro war um Freunde zu besuchen hat sich herausgestellt, dass sie von ihrem Vater wohl auch eine Kraft verliehen bekommen haben. Da ich, wie vermutlich die Meisten von euch auch, jedoch skeptisch bin, musste mir erst mal etwas vorgeführt werden. In einem Raum hatten die beiden Jungs ihre Materialien aufgebaut. Neben vielen kleinen Flaschen und Holzteilen gab es eine kleine Holzschale mitsamt Deckel, welche durch zwei Schnüre an der Decke befestigt war. Am unteren Ende hing eine kleine Glocke. Nun wurde die Schale nach oben geworfen und fiel natürlich sofort wieder runter (ich habe es auch versucht und nicht geschafft die Schale oben zu halten). Wenn man allerdings etwas gefragt hat und festgelegt hat, dass die Schale oben bleibt, wenn es stimmt, ist sie oben geblieben.

Im Hintergrund sieht man die Holzschale, die mit den Schnüren an der Decke befestigt ist.

Ich will euch das Ganze mal an einem Beispiel verdeutlichen: Lio hat nach der Reise ihr Portemonnaie im Auto liegen lassen, allerdings ohne Geld darin. Der Fahrer hat uns daraufhin angerufen, damit wir es abholen. Dabei hat er direkt gesagt, dass kein Geld mehr in dem Portemonnaie ist. Um zu testen ob das Ganze wirklich funktioniert, haben wir nun gefragt ob Lios Portemonnaie wirklich leer war bevor der Fahrer uns angerufen hat – und tatsächlich, die Schale ist oben geblieben. Als wir daraufhin meinten, die Schale solle wieder herunterfallen, wenn der Fahrer wirklich die Wahrheit gesagt hat, ist die Schale runtergefallen.

Die Beiden haben uns dann noch etwas anderes vorgeführt. Der eine hatte ein kleines Bonbonpapier in der Hand in der anderen Hand hatte er nichts und er trug auch kein langärmliges T-Shirt. Nachdem er das Bonbonpapier dann angezündet und noch ein bisschen in der Hand geknetet hatte ist daraus ein Päckchen Gin geworden. Ganz überzeugt bin ich zwar auch nach dieser Vorstellung noch nicht, aber so recht erklären kann ich es eben auch nicht.

Ich hoffe ich hab euch keine Angst gemacht mit diesen Geschichten ;)

Falls ihr noch Fragen habt, zögert wie immer nicht.

Ansonsten bis bald und liebe Grüße aus Togo!

„Zuhause“ ist es doch am schönsten!

26Feb2013

Die Zeit bis zum Zwischenseminar ist ziemlich ruhig und Ereignislos verlaufen. Nach den Ferien hat der Schulalltag wie gesagt wieder eingesetzt und so ging mein Projekt seinen normalen Lauf. Leider hatte ich zu Beginn des Jahres aber nicht so viel Arbeit. Da gerade die älteren Kinder, welche jetzt ihr BEPC (vergleichbar mit dem Realschulabschluss) machen, viel mit der Schule beschäftigt sind und das Theaterprojekt ja nun zu Ende ist kamen auch die Nachmittage im Waisenhaus zum Stillstand. Ebenso sah es mit dem Deutschclub aus. Die Schüler des Lycée sind gerade im Abistress und da bleibt für Nebenaktivitäten nicht mehr viel Zeit.

Doch obwohl wir den Deutschclub nun nicht mehr machen, haben uns die Schüler neulich zu einer Aufführung eingeladen. Ich war überrascht zu sehen, dass sie auch ohne Hilfe etwas auf die Beine gestellt haben. In Freistunden oder in den Mittagspausen haben sie sich wohl in privaten Kleingruppen weiterhin getroffen um Sketche und Gedichte einzuüben. Letzte Woche hat ein Lycée in Atakpamé dann einen deutschen Abend organisiert, zu dem auch andere Schulen aus Lomé und der Umgebung von Atakpamé gekommen sind. Unsere Schüler haben einen Sketch gespielt und ein paar Gedichte vorgetragen und ich muss sagen, sie waren natürlich mit Abstand die Besten;)

Nach der etwas ereignislosen Zeit habe ich mich dann umso mehr auf mein Zwischenseminar in Ghana gefreut. Bei der Gelegenheit haben wir dann auch die anderen Freiwilligen vom Eine Welt Netz, die ihr Jahr in Ghana verbringen, wiedergesehen.

Doch um nach Ghana zu Reisen braucht es natürlich erst mal ein Visum. Komischerweise ist das für Ghana viel schwieriger zu bekommen als für Togo und zu den Leute im Konsulat kommt die afrikanische Freundlichkeit wohl nicht bis in die Büros durch. Trotzdem haben wir mit Bescheinigungen unserer Organisationen die Visa dann bekommen und die Reise konnte losgehen. In Ghana ist das Reisen ein bisschen komfortabler und günstiger als in Togo. Das gängige und auch günstigste Verkehrsmittel sind sogenannte Trotros, kleine Busse, die an der Straße alle einsammeln , die in die gleiche Richtung wollen. Dabei hat jeder Fahrgast allerdings seinen eigenen Sitzplatz, was auch für Taxis in Ghana gilt (Ausnahmen bestätigen natürlich trotzdem die Regel). Ich hatte schon fast vergessen wie es ist sich die Rückbank nur mit drei Leuten teilen zu müssen. Dass die meisten Straßen viel besser sind als in Togo, kommt zum Komfort noch dazu.

Doch nicht nur die Verkehrsmittel sind in Ghana anders sondern auch das Essen. Fufu z.B., was ich in Togo nur mit Yams und teilweise mit Maniok kenne, wird in Ghana auch mit Kochbananen zubereitet. Schmeckt aber auch ganz lecker. Außerdem werden alle Soßen als Suppen bezeichnet, die Konsistenz ist aber nicht anders.

Wir sind dann also mit dem Trotro nach Kokrobite bei Accra gefahren, wo unser Seminar stattgefunden hat. Wenn man durch Ghana und besonders durch Accra fährt, fallt schon ziemlich auf, dass Ghana um einiges weiter entwickelt ist. Schon komisch wenn man bedenkt, dass es gleich nebenan liegt. Es gibt auf jeden Fall riesige Einkaufszentren und viel mehr Tourismus. In den Einkaufszentren waren wir zwar nicht, aber des Hostel, in dem wir unser Seminar hatten, liegt in einem ziemlichen Touristengebiet. Wenn man bedenkt, dass wir direkt am weißen Sandstrand an der Küste waren, ist das aber auch nicht weiter verwunderlich. Bei den ganzen Touristen und dem relativ großen Luxus kam ich mir schon echt komisch vor. Ich hab mich mittlerweile echt an mein Leben in Atakpamé, wo ich eine der wenigen Weißen bin, kein fließendes Wasser habe und die Straßen eine Katastrophe sind, gewöhnt. In einem solchen Touristendomizil fühlt man sich dann prompt wieder als solcher.

Der Strand von Kokrobite

Trotzdem war das Seminar wirklich cool. Nicht nur weil man sich nach sechs Monaten mal mit den Anderen austauschen konnte, sondern auch weil die Themen wirklich interessant und lehrreich waren. Wir haben auf der einen Seite unseren bisherigen Aufenthalt reflektiert und geschaut was wir noch so erreichen wollen, aber auch ganz neue Themen besprochen. Ich fand es besonders spannend mal über die unterschiedliche Kommunikation hier zu reden, wobei uns allen ein Licht aufgegangen ist. Ich hab mich vorher oft gefragt, warum denn Probleme oft nicht direkt angesprochen werden, oder alle immer um den heißen Brei herum reden. Auf dem Seminar habe ich dann gelernt, dass es nicht nur in Togo oder Ghana, sondern in ganz vielen Ländern Afrikas oder Asiens üblich ist eher indirekt zu kommunizieren. Dann ist mir jetzt auch klar, warum meine Gastmama manchmal einfach nur nervös lacht, wenn sie mir etwas nicht erlauben möchte, oder ich in der Tanzgruppe oft das Gefühl habe, dass alle aneinander vorbeireden. Es liegt also gar nicht daran, dass Sie sich nicht verstehen, sondern Ich habe einfach nicht verstanden wie die Leute hier diskutieren. Eine andere Thematik, die ich super interessant fand, war der Aufbau eines eigenen Projekts. Wir haben gelernt, wie man aus einem Thema, das einen beschäftigt, ein Projekt machen kann. Das kann denke ich irgendwann mal echt hilfreich sein.

Unser Gruppenfoto- Das Boot in dem wir stehen ist leider untergegangen!

Wir waren zwar nur eine knappe Woche in Ghana, aber nachher habe ich mich dann doch gefreut wieder „nachhause“ zu fahren und meine Freunde und Gastfamilie wiederzusehen.

Miriam, eine Freiwillige, die im Norden von Ghana arbeitet, ist dann noch mitgekommen um uns in Atakpamé zu besuchen. Zwei Tage mussten wir jedoch vorher noch in Lomé verbringen um unser Togovisum zu verlängern. Ist zwar ziemlich nervig alle drei Monate deshalb nach Lomé zu fahren, aber so konnte Miriam, sich einerseits dort auch etwas umschauen und wir hatten die Gelegenheit ein bisschen was europäisches zu essen. Zwar habe ich mich mittlerweile an Fufu und Co. Gewöhnt und finde es auch echt lecker, aber ab und zu habe ich schon noch Lust auf was anderes. Wir haben uns dann also ein bisschen Käse aus dem Supermarkt gegönnt, denn Milchprodukte gibt es, wie vielleicht schon gesagt, hier echt fast überhaupt nicht.

Zurück in Atakpamé haben wir Miriam dann ein bisschen die Umgebung gezeigt, wobei ich selbst auch noch was neues entdecken konnte. Mit einem einheimischen „Touristenführer“ sind Miriam und ich, nämlich in ein Dorf gelaufen um uns anzugucken, wie Palmwein und Sodabe gemacht wird. Der Saft aus den Palmen wird erst in Kanistern gesammelt und dann mit einem bestimmten Schlauchprinzip, wobei man die Kanister zur Kühlung in einen Bach stellt, gefiltert. Wie das ganze genau von statten geht wurde uns zwar nicht erklärt, aber zumindest durften wir nachher ein bisschen Palmwein trinken. Genau wie auf Sodabe kann ich darauf aber eher verzichten und Miriam wohl auch. Natürlich musste sie sich dann auch noch eine Tanzprobe angucken, wir haben mit unseren Freunden Fufu mit Erdnusssoße (auf jeden Fall mein Lieblingsessen hier) gekocht und sind mal wieder zum Fluss gegangen um zu Baden.

Zum Kochen brauch man natürlich auch Wasser - auch wenn die Hälfte daneben gegangen ist.

Doch ich habe natürlich nicht nur gefaulenzt und genossen wieder in Atakpamé zu sein, sondern bei der Gelegenheit mit Miriam das Projekt von Hannah angeguckt. Sie arbeitet in einem Kindergarten mit ca. 70 Kindern. Ein ganz schönes Durcheinander, gerade weil die Kinder nur indigene Sprachen sprechen und deshalb, wenn überhaupt, nur auf die togolesischen Erzieherinnen(Tatas) hören. An dem Nachmittag durften die Kinder ziemlich viel malen und frei spielen. Hannah hat uns aber auch erzählt, dass das auf keinen Fall die Regel ist, sondern die Direktorin vor uns wohl nur ein gutes Bild machen wollte. Im allgemeinen würden die Kinder, mit teilweise erst drei Jahren, schon behandelt wie in der Schule. Das heißt viel stilles Arbeiten in ihren kleinen Heften und Bestrafung mit dem Stock, wenn sie Unsinn machen. Dass Kinder hier oft schon wie kleine Erwachsene behandelt werden und kaum das Recht haben zu spielen und Spaß zu haben, ist mir aber nicht erst in Kindergarten aufgefallen, sondern auch schon zuhause und in der Stadt. Meine kleine Gastschwestern singt oft mit ihrer Freundin das Lied: „Travailler oui, oui, oui, s'amuser non, non, non!“ („Arbeiten ja, ja , ja, Spaß haben nein, nein, nein“) und in der Stadt sehe ich oft Kinder die auf dem Markt Sachen verkaufen müssen. Auch das französische Schulsystem lässt kaum Freiraum für die Kinder, da sie bis abends um 17 Uhr in die Schule gehen müssen.

Malen im Kindergarten - natürlich in Schuluniform

Da ich von mir ja nicht behaupten kann, dass ich mit meiner Arbeit allzu sehr ausgelastet war, hat mir meine Mentorin noch ein zusätzliches Projekt gesucht. In den Freistunden am Vormittag und an den Nachmittagen arbeite ich nun zusätzlich im hiesigen Gesundheitszentrum, genauer Gesagt in einem Projekt mit schwangeren Frauen und Babys. Die Frauen kommen dort zu den Routineuntersuchungen, um sich Spritzen geben zu lassen und auch für die Geburt. Freitags werden dann die Babys auf Mangelernährung bzw. Untergewicht überprüft und geimpft. Die Arbeit macht mir wirklich Spaß, auch wenn ich ohne irgendeine Ausbildung nur Blutdruck messen und Akten ausfüllen darf. Trotzdem darf ich aber ich aber überall zuschauen und lerne eine ganze Menge. In meiner ersten Woche durfte ich sogar schon bei einer Geburt dabei sein. Ich muss sagen, das ist wirklich nichts für schwache Nerven, aber ich bin nicht raus gerannt oder in Ohnmacht gefallen und beim nächsten Mal finde ich es dann vermutlich gar nicht mehr schlimm.

Natürlich arbeite ich aber auch weiterhin in meinem alten Projekt. Leider gibt es dort im Moment einige Schwierigkeiten. Das Waisenhaus ist generell ziemlich arm und ständig auf private Spenden angewiesen, die natürlich von der Saison abhängen. In der Trockenzeit können die Leute weniger geben als in der Regenzeit, da es ohne Wasser, sprich ohne Ernte weniger zu Essen gibt. Im Moment findet der Gründer des Waisenhauses deshalb kaum Unterstützung und so mussten die Kinder teilweise bis spät abends warten, bevor sie etwas zu Essen bekommen haben. In der schwierigen Situation haben Lio und ich auch ein bisschen Essen für die Kinder gekauft, was aber auch keine Dauerlösung ist. Am Wochenende fahren wir wahrscheinlich nach Lomé um dort den Rotaryclub um Hilfe zu bitten. Generell stellen Lio und ich uns nun aber die Frage, wie man das Problem grundlegend beheben könnte, sodass das Waisenhaus nicht mehr von unregelmäßigen Spenden abhängig ist. Die Situation im Waisenhaus wirkt sich natürlich auch auf die Schule aus, denn wer kann schon mit leerem Magen gut lernen. Für mich ist es ziemlich schwierig mit diesem Problem umzugehen, denn was soll man als Lehrerin machen wenn die Kinder sich aufgrund von Hunger nicht konzentrieren können? Zwar haben wir dem Waisenhaus jetzt auch schon ein bisschen geholfen, aber ein Sack Reis hält eben nicht ewig und jeden Tag können wir auch nichts kaufen. Ich hoffe das wir bald eine Lösung finden. Ich halte euch auf jeden Fall auf dem Laufenden.

Falls ihr Fragen, Anregungen oder Kritik jeglicher Art habt immer her damit.

Bis bald und Liebe Grüße aus dem sonnigen Togo.

Winter in Atakpamé

11Jan2013

Vorab erst mal ein großes Dankeschön an all die lieben Spender, die uns dabei geholfen haben das Theaterprojekt auf die Beine zu stellen!

 Man kann es sich kaum vorstellen aber auch bei uns ist der Winter eingekehrt. Natürlich ist der togolesische Winter etwas anders als der deutsche, aber auch hier ist es in den Monaten des Hamatan relativ kalt. Der Hamatan ist ein starker Wind, der die Bäume vertrocknen lässt und alles mit einer Staubschicht überzieht. Mit ein bisschen Vorstellungskraft kann man so an manchen Tagen fast denken dass es schneit. Wirklich kalt ist es tagsüber natürlich trotzdem nicht, sondern nur nachts und in den Morgenstunden, sodass ich ab und zu im Pulli zur Schule gehen muss. Das hätte ich mir vorher auch nicht träumen lassen, dass ich hier wirklich mal einen Pulover gebrauchen kann.

In der Plateaux Region, in der auch Atakpamé liegt, ist die Trockenzeit und der Wind allerdings nicht so stark wie im nördlichen Togo.

Anfang Dezember habe ich mit den anderen Freiwilligen eine Reise nach Benin in den Nationalpark Pendjari gemacht. Dabei sind wir über Kara gereist, was im Norden Togos liegt, wo mir der Unterschied des Klimas erst richtig bewusst geworden ist. Hier in Atakpamé hatte die Trockenzeit noch überhaupt nicht richtig begonnen, doch in Kara war der Hamatan Anfang Dezember schon in vollem Gange, ebenso wie in Benin. Neben dem Positiven Effekt, dass es in dieser Zeit nicht ganz so drückend heiß ist, hatte ich nach der Reise allerdings so trockene Lippen, dass ich sie kaum noch bewegen konnte.

Ansonsten war die Reise, aber wirklich ihr langen Busfahrten wert!

Im Nationalpark angekommen, ging es direkt mit der Safari los, auf afrikanische Art, ohne Sitze auf dem Autodach. Da unser Fahrer nicht besonders streng war, durften wir uns auch alle zusammen, also mit knapp zehn Person, auf einmal auf das Dach des Autos setzen.

 

Näher an das klischeehafte Bild Afrikas kommt man wohl nirgends als in der unberührten Buschlandschaft eines Nationalparks. Die Kulisse war wirklich atemberaubend, besonders beim Sonnenauf- und Untergang. Steppe soweit das Auge reicht und dabei der Wind der einem durch die Haare weht. Doch damit nicht genug, denn wir hatten wirklich riesengroßes Glück und haben in den zwei Tagen im Nationalpark alle erdenklichen Tiere gesehen. Von Gazellen über kleine Affen am Wegrad und auf den Aussichtsplattformen, die das Brot der Touristen klauen, Krokodilen, Nilpferden, Löwen bis hin zu Elefanten.

 

Wir hatten die einmalige Gelegenheit wirklich nah an einer Elefantenherde dran zu sein. Wenn ich bedenke, dass die meisten Touristen im Park nicht einen einzigen Elefanten zu Gesicht bekommen, ist es für mich im Nachhinein unvorstellbar, dass wir so ein Glück hatten. Die grauen Riesen sind wirklich majestätische Tiere, wie sie mit ihren langen Rüsseln Blätter von den Bäumen zupfen. Sogar Babyelefanten gab es in der Herde. Doch so süß das klingt, ist in diesem Fall besondere Vorsicht geboten, denn mit den Elefanten, die eigentlich sehr friedlich wirken, ist wenn es um Nachwuchs geht nicht zu spaßen.

 

Unser Guide hat uns dazu eine Geschichte erzählt, denn Elefanten können ganz schön Aggressiv werden wenn sie sich bedroht fühlen. Ein Mann wollte wohl Fotos von einer Elefantenherde machen. Nicht nur, dass er dabei ganz alleine war, er ist auch viel zu nah an die Herde herangekommen. Die Bilder, die er gemacht hat, wurden damit belohnt, dass die Elefanten ihn fast getötet hätten. Unser Guide hat uns in allen Einzelheiten ausgeschmückt, wie sie den Mann mit dem Rüssel gepackt haben und so weiter uns so fort. Im Endeffekt hatte der Mann wohl riesiges Glück und wurde von Rangern gefunden, sodass er sein kleines Abenteuer trotz sämtlicher gebrochener Knochen überlebt hat. Wo der Guide diese Geschichte her hatte und wie viel da wirklich dran ist weiß ich allerdings nicht.

Wie bereits gesagt, haben wir auch eine Menge Affen gesehen, teils kleinere Tiere in Herden, aber auch größere. Vor einer Aussichtsplattform, von der aus man Krokodile beobachten konnte, hat uns eine ganze Weile ein Affe beobachtet, bis er schließlich im Affenzahn auf die Plattform gerast ist um das Brot anderer Touristen zu klauen. Mit seinem Diebesgut hat er es sich dann in Sichtweite bequem gemacht um demonstrativ die Brote zu verschlingen.

 

Die anderen Tiere haben wir leider nicht ganz so nah zu Gesicht bekommen, sondern immer nur aus einiger Entfernung. Trotzdem war es faszinierend Löwen und Nilpferde in freier Wildbahn zu sehen. Der Park ist nämlich nicht durch einen Zaun oder ähnliches abgegrenzt, sodass sich die Tiere auf einem riesigen Gelände, das sich von Benin bis nach Burkina-Faso erstreckt, bewegen können.

Dies trägt jedoch manchmal auch zum Leidwesen, der angrenzenden Dorfbevölkerung bei. Dicht an den Park angrenzend, beziehungsweise im Gebiet des Pendjari, liegen nämlich einige kleine Dörfer, die immer wieder damit zu kämpfen haben, dass Elefanten ihr Land verwüsten. Da sie die Elefanten jedoch nicht mehr erschießen dürfen, werden sie von einem Teil der Eintrittgelder entschädigt.

Ebenso wenig wie die äußere Grenze des Parks, ist die Grenze zu Burkina Faso durch menschliches Eingreifen markiert. Die beiden Länder sind nur durch einen Fluss getrennt, den man mit kleinen aus Holz gefertigten Kanus überqueren kann. So sind wir also (ohne Visa) auch in Burkina-Faso gewesen. Auf der anderen Seite des Ufers gab es ein kleines Fischerdorf, das schenbar noch nicht zur Touristenattraktion geworden ist. Die Menschen dort sind wohl schon seit Generationen Fischer und leben in kleinen Unterständen auf einfachen Matten. Unser Guide hat sich dann ein paar geräucherte Fische gekauft, bevor wir weiterfahren konnten. Es war echt interessant zu sehen, wie die Fische auf traditionelle Art geräuchert wurden, bevor man sie zum Verkauf anbot.

Auf dem Rückweg haben wir dann noch einen Zwischenstopp bei einem Wasserfall gemacht. Nach der staubigen Autofahrt tat die Abkühlung richtig gut, da konnten uns auch unsere Anziehsachen nicht vom kühlen Nass fernhalten.

Der Dezember war für mich eine richtige Reisezeit, denn noch bevor wir in den Pendjari gefahren sind, musste Lio ihr Visa verlängern, sodass wir einige Tage in Lomé verbracht haben. Bei der Gelegenheit haben wir die Zeit gleich genutzt um uns auch die Universität und den Fetischmarkt anzugucken.

Das Unigelände st wirklich riesig, aber die Universität selbst ist, das es neben der Uni in Kara die einzige in ganz Togo ist, ziemlich überfüllt. Selbst gesehen habe ich es nicht, aber man sagt, dass die Studenten teilweise draußen auf den Bäumen sitzen um einer Vorlesung zuzuhören.

Die Kantine ist allerdings so gut und wirklich günstig, dass man von diesem kleinen Makel schon absehen kann.

Zum Glück haben wir also gegessen bevor wir auf den Fetischmarkt gegangen sind, denn dabei kann einem echt anders werden. Gegen einen viel zu hohen Eintritt, kann man sich dort nämlich alle möglichen Tierschädel und der gleichen ansehen, welche für traditionelle Voodoo-Zeremonien gebraucht werden. Ein Touristenführer hat uns erklärt, dass die Affen- und Hunde-Köpfe oder die diversen getrockneten Schlangen erst zu Puder verarbeitet werden um später Medizin daraus zu machen.

  Tierschädel, die zu Pulver verarbeitet werden.

Am Ende unserer kleinen Führung haben wir dann noch einen Fetischeur besucht. Ich konnte einfach nicht widerstehen und habe mir eine besprochene Halskette gekauft, die mir angeblich Glück bringen und mich vor Giften schützen soll. Der Guide hat uns sehr anschaulich erklärt, dass wenn ich die Kette trage und aus einem Glas trinken möchte, in das Gift gemischt wurde, dieses Glas in meiner Hand zerspringt. Auch wenn ich davon überzeugt bin, dass Voodoo hier einen großen Stellenwert hat und die Menschen deshalb ausnahmslos an seine Wirkung glauben, behalte ich mein Glas in der Bar wohl weiterhin lieber im Auge.

  Kleine Voodoopuppen, allerdings nur als Kunstobjekt, da sie nicht besprochen sind.

Trotzdem bin ich jetzt wohl von oben bis unten geschützt vor Krankheiten und sonstigen Unglücken. Denn es ist hier Teil der Tradition, dass sich die meisten Leute kleine Narben an die Hände, oder sonst wo hin machen, die einerseits sehr schön aussehen und andererseits vor Krankheiten schützen sollen. Das hört sich wohl schlimmer an als es wirklich ist. Es wird nur ein sehr kleiner Schnitt mit einer Rasierklinge gemacht und anschließend ein Gemisch aus Pflanzen und Kohle in die Wunde gerieben. Die Kohle sorgt dabei gleichzeitig dafür, dass die Wunde sich nicht entzündet. Auch ich habe mir eine kleine sogenannte Schönheitsnarbe am Fuß machen lassen. Erst hatte ich ziemlich Angst und wollte mich sogar weigern das Kohlepulver, das nach der Tradition vorher gegessen wird, von der Hand abzulecken. Im Endeffekt war die ganze Sache natürlich überhaupt nicht schlimm und wesentlich weniger spektakulär als ich dachte. Bei schwarzer Haut fallen die kleinen Striche auch kaum auf, aber auf meiner Haut sind sie, wenn auch sehr klein, doch ganz gut zu sehen.

Neben den ganzen Reisen stand im Dezember natürlich auch noch Weihnachten und Silvester vor der Tür. Bis zuletzt war ich allerdings überhaupt nicht in Weihnachtsstimmung. Die Zeit vor den Feiertagen war einfach, durch die Vorbereitungen auf die Theateraufführung, so stressig, dass ich überhaupt keine Zeit hatte an etwas anderes zu denken.

Am 24. habe ich dann aber trotzdem noch Geschenke für meine Gastfamilie gekauft. Die fielen hier allerdings ein bisschen anders aus als zuhause. Da in Togo während der Feiertage besonders großer Wert auf Essen gelegt wird, habe ich mich dazu entschlossen ein lebendes Perlhuhn zu kaufen. Meine Familie hat sich auch richtig darüber gefreut und ich durfte sogar dabei helfen dass Tier mit auszunehmen, wenn ich es auch nicht selbst geschlachtet habe. Es wurde also viel gegessen, Sodabe (ein einheimischer, sehr, sehr starker Schnaps) getrunken und in die Kirche gegangen. Die Zeit mit meiner Gastfamilie war wirklich schön, aber auf Dauer ist es doch anstrengend wenn die ganze Familie da und das Haus immer voll ist.

  Weihnachtliches Pâte- Essen mit der Familie.

Silvester habe ich dann mit den anderen Freiwilligen und unseren freunden aus der Tanzgruppe gefeiert. Obwohl hier eigentlich alle erst am ersten Januar abends ausgehen, haben wir trotzdem schon reingefeiert. Nichts desto trotz hieß es nach einer langen Nacht dann aber, um sieben aufstehen zum Fufu stampfen. Außerdem haben Lio und ich Bratäpfel gemacht, die zwar nicht ganz weich, aber trotzdem richtig lecker geworden sind. Wir hatten sogar Vanillepudding um Soße daraus zu machen. Und wen wunderts, nicht nur Deutsche mögen Bratäpfel, also wird das wohl nicht das letzte Mal gewesen sein. Vielleicht finden wir jedoch nächstes Mal jemanden, bei dem wir die Äpfel in den Brotofen schieben können, denn Bratäpfel im Wasserbad zu machen klappt nicht ganz so gut.

Jetzt hat seit ein zwei die Schule wieder angefangen und der Alltag stellt sich langsam wieder ein. Wir sind ziemlich beschäftigt damit Klausuren, sowohl in Deutsch als auch in Englisch, zu korrigieren, die allerdings alle nicht besonders gut ausgefallen sind. Jetzt erst verstehe ich, was es wohl für ein Gefühl für mein Lehrer früher war, wenn die ganze Klasse die Arbeit völlig versemmelt hatte. Denn ich hab mir automatisch die Frage gestellt, ob wir wohl im Unterricht etwas falsch machen. Andererseits haben wir vor den Klausuren extra noch Vokabellisten ausgeteilt und den Stoff, den wir in der Arbeit abgefragt haben, haben wir auch vorher im Unterricht durchgenommen. In Englisch kann ich die Schwierigkeiten der Schüler da schon ein bisschen besser nachvollziehen, aber auch hier hätten sie wohl weniger Probleme gehabt, wenn sie vorher ein bisschen gelernt hätten. Doch nicht nur in Bezug auf die Klassenarbeiten sind die Schüler im Moment ein bisschen schwierig. Lio und ich haben uns Strafen dafür ausgedacht, wenn die Schüler ihre Hausaufgaben nicht erledigen. Jetzt sollten sie die Zahlen von 1-50 als Strafaufgabe aufschreiben. Einige haben das zwar gemacht, aber eben nicht alle. Besonders frustrierend war es zu sehen, dass die Kinder es teilweise sogar lustig fanden, dass sie unsere Anweisungen missachtet hatten. Als Konsequenz habe ich die Schüler, welche auch die Strafaufgabe nicht gemacht hatten, dann nach Hause geschickt um sie dort nachzumachen und dann in die Schule zu bringen. Doch ein paar Schüler haben sich, anstatt nach Hause zu gehen, lieber irgendwo versteckt, wo sie dann von anderen Lehrern aufgegriffen wurden. Zwar hatte ich vorher in unserer Schule nicht dass Gefühl, dass der Schlagstock sehr viel zum Einsatz kommt, aber nach den schlechten Arbeiten und dem Verhalten der Schüler hat der Englischlehrer ihn dann doch eingesetzt. Es fiel mir wirklich schwer mit anzusehen, wie die Schüler geschlagen wurden, doch machen konnte ich natürlich in dem Moment auch nichts. Dass die anderen Lehrer von unseren Strafen nicht allzu viel halten ist auch klar, wenn man bedenkt mit wie wenig Respekt einige Schüler uns begegnen, da sie einfach keine Angst vor uns haben. Trotzdem hatte ich das Gefühl mit dem Englischlehrer vernünftig reden zu können. Er war nicht gänzlich abgeneigt auch andere Bestrafungen einzuführen und hat mit den älteren Schülern sogar darüber diskutiert, ob es gut ist zu schlagen. Er hat mir jedoch auch erklärt, dass die Schüler es hier so sehr gewöhnt sind geschlagen zu werden, dass sie anders keinen Respekt zeigen. Es ist für mich wirklich nicht einfach diesem Konflikt gerecht zu werden, natürlich könnte ich es persönlich niemals übers Herz bringen meine Hand gegen ein Kind zu erheben und finde es auch nach wie vor nicht richtig in der Schule zu schlagen, trotzdem muss ich die Notwendigkeit, welche hinter der Logik der Lehrer hier steht, ernst nehmen.

Neben der Schule hat auch das Tanztraining wieder angefangen, was mir neben dem Stress im Projekt und dem angefutterten Fufubauch auch ganz gut tut. Ich habe sogar das Gefühl langsam ganz passabel zu tanzen und den Leuten bei den Auftritten scheint es auch zu gefallen. Hoffentlich nicht nur weil sie weiße in traditionellen Kostümen togolesische Tänze tanzen sehen. Bevor die Schule wieder angefangen hat, hatten wir noch einige Auftritt. Darunter einen beim roten Kreuz mit einer Parade durch die Stadt. Zwar war das in der Mittagshitze ziemlich anstrengend, aber hat auch super Spaß gemacht. Jedoch haben wir jetzt noch einen neuen Tanz in unser Repertoire aufgenommen, bei dem wir Mädels Schüssen mit Feuer auf dem Kopf tragen müssen. Da wir es beim Training nicht mit richtigem Feuer geübt haben, hatte ich bei unserem ersten Auftritt mit dem Feuer ziemliche Angst und hab das ganze dementsprechend nicht besonders gut hinbekommen. Beim zweiten Mal hat es dann ein bisschen besser geklappt. Da mussten wir allerdings auch nichts in den Händen Explodieren lassen. Im Prinzip war das zwar nicht so schlimm, denn anders als die togolesischen Mädels durften wir kleine Platten in den Händen halten, welche vor dem Feuer geschützt haben, aber ich glaube mit Feuer ist es wie mit Spritzen, egal wie harmlos es im Endeffekt ist, vorher hat man trotzdem wieder Angst.

  Lio und ich in traditionellen Voodookostümen für einen Auftritt.

Die nächste große Etappe ist jetzt das Zwischenseminar, das im Februar in Ghana stattfindet. Darauf freue ich mich wirklich schon total.

Ich hoffe ihr hattet alle eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr!Hinterlasst wie immer gerne Kommentare, Fragen oder Anregungen!

Bis bald und alles Liebe

Theateraufführung mit den Waisenkindern

02Dez2012

Im Hinblick auf das Weihnachtsfest planen wir, wie ihr vielleicht schon in meinem letzten Blogeintrag gelesen habt, eine Theateraufführung mit den Waisenkindern.

 

Die Kinder werden einen Auszug aus der Geschichte Josephs spielen und zudem die Weihnachtsgeschichte, welche sie bereits letztes Jahr einstudiert haben.

Bei unserem Auftritt wird uns außerdem die Tanzgruppe Zogbeadji unterstützen. Um den Abend abzurunden werden die Kinder Lieder singen, tanzen und Sketche spielen.

Die Aufführung soll in einer Bar in Atakpamé stattfinden, damit möglichst viele Zuschauer angelockt werden und mit den Einnahmen sollen die Waisenkinder unterstützen werden, welche nicht immer genug zu Essen bekommen.

Um den Auftritt realisieren zu können müssen Plakate, Einladungen und Eintrittskarten gedruckt werden. Die Bar, sowie Bestuhlung und Tontechnik müssen gemietet, Genehmigungen bei der Stadt eingeholt und die Kinder mit Bussen von Hiheatro nach Atakpamé gebracht werden.

Damit wir unser Vorhaben verwirklichen können sind wir auf Unterstützung angewiesen. Die Kosten belaufen sich dabei auf 100 €.

 Über eine Spende eurerseits würden wir und die Waisenkinder uns daher sehr freuen.

Wir bitten euch das Geld auf folgendes Konto zu überweisen und als Betreff Spende Theateraufführung anzugeben:

 

Geldinstitut: DKB

Kontoinhaberin: Felice Hellweg

Konto Nr.: 1012344980

BLZ.: 120 300 00

 

Vielen Dank bereits im Voraus und die besten Grüße aus Hiheatro

Lioba, Ernest und Felice

Mioe' migbo na Kpeadji...

25Nov2012

Die letzten Wochen könnten wohl unter dem Motto des Liedes stehen, dass die Kinder im Waisenhaus uns beigebracht haben. Es bedeutet so viel wie, mach die Augen auf für die Szene, oder das Stück und wird von ihnen vor einer Theateraufführung oder einem Spektakel gesungen. Neben unserem eigenen Spektakel mit der Tanzgruppe in Lomé, sind Lioba und ich nämlich fleißig dabei mit den Waisenkindern die biblische Geschichte von Joseph einzustudieren und ihre Tanzerfahrungen ein bisschen aufzufrischen, damit wir um Weihnachten rum eine kleine Aufführung in Atakpamé machen können. Die Nachmittage im Waisenhaus verbringen wir nun also mit Proben, die natürlich immer super viel Spaß machen, aber auch eine Menge Arbeit bedeuten und nicht selten einige Nerven kosten.

Die Kinder beim Tanzen im Waisenhaus

Vom Theaterspielen in Deutschland bin ich es gewöhnt, dass man sich bei einer Inszenierung auf der Bühne nicht unbedingt so streng an eine Textvorlage halten muss, dass es selbstverständlich ist wenn auf der Bühne nicht mit realen Distanzen gearbeitet wird und die Szenen eher über das Spiel als über Sprache laufen. Leider haben die Waisenkinder, die gerade in einem Alter sind in dem sie allen widersprechen, vor denen sie nicht zu große Angst haben, da nicht ganz meine Vorstellung.

Die Kinder sind, wie ich es von deutschen Jugendlichen überhaupt nicht kenne, alle sehr gläubig und wollen deshalb, dass die Inszenierung kein auch nur allzu kleines bisschen von der biblischen Vorlage abweicht. Teilweise bestehen sie sogar darauf die Originaldialoge aus der Bibel zu nehmen. Natürlich kann ich ihre Motivation nachvollziehen, denn sie haben Angst, dass sie für schlechte Christen gehalten werden, wenn ein Pastor zuschaut, dennoch ist es für mich sehr schwierig all ihre Wünsche mit meinen eigenen Vorstellungen zu vereinbaren. Wir haben uns jetzt jedoch darauf geeinigt, dass wir nicht von der Geschichte abweichen und sei es auch nur, dass der Vater nicht nochmal explizit mit seinen Söhnen spricht, bevor sie mit den Schafen aufbrechen. Außerdem übernehmen wir zumindest Josephs Träume aus der Bibel.

Leider geht es aber auch neben den Schwierigkeiten in der Umsetzung relativ schleppend voran. Die Kinder sind oft unkonzentriert und machen die ganze Zeit Unsinn, sodass die wenige Zeit, die uns noch bleibt oft nicht vollständig genutzt werden kann. Dazu kommt, dass Lioba und ich mittlerweile oft mit ihnen alleine Proben, nachdem uns am Anfang noch der Direktor und Ernest geholfen haben. Dadurch, dass wir die Kinder beide nicht gerne anschreien, geschweige denn schlagen würden und wir es zudem nicht verstehen, wenn sie auf Ewe miteinander reden, gestaltet es sich meist schwierig alle unter Kontrolle zu halten. Umso dankbarer bin ich, dass die Jungs von der Tanzgruppe uns vielleicht mit der Aufführung helfen. Nachdem Atsouska, einer der Tänzer, am Samstag erst mal ein Machtwort gesprochen und das Durcheinander in ihren Tänzen beseitigt hat, lief es dann auch schon viel besser. Ob wir alles bis kurz nach Weihnachten auf die Reihe bekommen, damit habe ich trotzdem noch so meine Zweifel.

Fotografin:Hannah. Bevor wir nach Lomé aufbrechen konnten, gab es noch eine Menge Arbeit, wie z.B. das Beziehen der Trommeln mit Tierhäuten. Unser Trainingsplatz hat wochenlang nach den Dingern gestunken, da wir sie dort zum trocknen aufgehangen haben.

Unser eigener Auftritt war leider nicht so toll wie ich mir erhofft hatte. Im Vorhinein hieß es, dass es einen Konntest geben würde, mit einem Preisgeld und einem Vertrag. Durch die fehlende Finanzierung ist daraus aber leider nichts geworden und auch sonst wurden die von den Organisatoren gemachten Versprechungen in keiner Weise eingehalten. Eigentlich hätte unsere Gruppe wie alle anderen Gruppen, die von weiter weg angereist sind, in einem Hotel unterkommen sollen. Da die Organisatorin jedoch vercheckt hatte, dass wir aus Atakpamé und nicht, wie die anderen togolesischen Gruppen, aus Lomé kommen, hatte sie keine Plätze mehr in ihrem Hotel, wodurch das Wochenende dann doch ziemlich teuer war. Das letzte was dann noch schiefgelaufen ist, war dass wir für unsere Vorstellung anstatt wie versprochen 30 Minuten nur 15 Minuten Zeit bekommen haben, wodurch Lio und ich im Endeffekt gar nicht Tanzen konnten.

Unser Tourbus. Vielleicht nicht ganz so luxuriös wie bei einer Rockband, aber ich finde er macht sich gut mit dem Banner. Wir waren wohl die einzige Gruppe, die mit Stelzen bei der Parade aufgetreten ist, da Tanzgruppen aus Atakpamé traditionell mit diesen hohen Stelzen verbunden werden.

Hört sich alles ein bisschen so an, als ob das Wochenende der totale Reinfall war, aber es hat trotzdem Spaß gemacht. Die Zeit mit der Gruppe, die mittlerweile für mich so etwas wie eine zweite Familie geworden ist, war total schön und wir haben Hannahs Geburtstag am Strand gefeiert, wobei wir sogar Himbeereis und Kuchen hatten (ja in Lomé gibt es einen Supermarkt, in dem mir fast die Augen aus dem Kopf gefallen sind).

Der Strand von Lomé ist auch einfach atemberaubend schön, mit riesigen Wellen und fast weißem Sand. Leider wird es dort nach Einbruch der Dunkelheit sehr gefährlich, da über die Küstenstraße zwischen Ghana und Benin nachts Geschäfte abgewickelt werden, die, sagen wir mal, nicht so viel mit den üblichen Essensverkäufern am Strand zu tun haben. Dementsprechend war ein Sonnenuntergang am Strand nur bedingt drin.

Katharina, Carola und ich am Strand von Lomé

Neben den ganzen Auftritten, oder der Vorbereitung dafür, haben Lioba und ich am Samstag morgen jetzt noch einen Deutschclub am Lycée angefangen. Das Wochenende ist jetzt also ziemlich voll gepackt, was man vom Rest der Woche nicht behaupten kann. Seit einigen Tagen fällt die Schule nämlich aus, da die Waisenkinder ihr Schulgeld nicht bezahlen können. Ich frage mich wie die Verantwortlichen sich das vorstellen. Das Schulgeld ist mit 25000 FCFA ganz schön happig und einige Waisenkinder haben weder Mutter noch Vater. Wo sollen sie also dieses Geld auftreiben? Ich würde ihnen so gerne helfen, aber diese Summe ist einfach utopisch um sie für alle Kinder irgendwie zusammen zu bekommen und schließlich mangelt es auch sonst an allen Ecken. Wir müssen uns also überlegen welche Projekte wir unterstützen. Zumindest haben wir aber schon mal gebundene Kopien von Englischbüchern für die oberen Klassen angeschafft, sodass jetzt zumindest alle Schüler die Texte lesen können. Hoffentlich wird die Schule dann auch nächste Woche wieder aufgemacht. Die Lehrer meinen, dass die Familien, also Onkel und Tanten, der Kinder das Schulgeld schon irgendwann zahlen und sei es in Raten, aber ohne ginge es eben nicht, weil sie ja auch ihr Gehalt bekommen müssen. Ich verstehe natürlich beide Seiten, trotzdem könnte ich heulen vor Wut über die Ungerechtigkeit eines Bildungssystems, dass nur den Kindern offen steht, die genügend Geld haben.

Die Kinder selbst sehen darin gar nicht so ein großes Problem. Sie sind sich sicher, dass die Schule trotz allem am Montag wieder offen ist und waren froh in der freien Zeit mit uns zum Fluss gehen zu können.

Am schulfreien Tag mit Maxwell am Fluss. Sein Kopfschmuck sind übrigens Liobas Geburtstagsblumen.

Der Deutschclub, obwohl am Wochenende, macht aber auch super Spaß. Da die Schüler schon etwas älter sind und teilweise schon seit drei Jahren Deutschunterricht haben, lernen sie total schnell deutsche Lieder, sind super motiviert und legen viel mehr Disziplin an den Tag als unsere „Kleinen“.

Am Samstag war das erste richtige Treffen, wo wir gesungen und kleine Sketche improvisiert haben. Zum Ferienanfang wollen wir auch noch einen Ausflug nach Nangbeto organisieren, wo wir zusammen einstudierte Sketche spielen, Lieder singen und deutsches sowie togolesisches Essen essen wollen.

Ich habe echt das Gefühl, dass in diesem Club ein wirklich guter Kulturaustausch stattfinden kann und die Schüler außerdem ihr Deutsch aufbessern können, was ihnen auch im Unterricht helfen wird.

Das Projekt nimmt also langsam Gestalt an und lastet mich durch die Vielfältigkeit auch aus. Wenn die Schule erst mal normal wieder anfängt, haben wir dadurch, dass wir Dienstags und Donnerstags jetzt auch Englischnachhilfe anbieten gar nicht mehr so viel Freizeit. Die Englischnachhilfe ist meiner Meinung nach aber ein super wichtiges Projekt, denn teilweise verstehen die zwanzigjährigen Schüler keinen einzigen englischen Satz. Im eigentlichen Unterricht haben sie zu große Angst nachzufragen, wenn sie etwas nicht verstanden haben und dadurch, dass nur Texte gelesen werden, sind sie nicht in der Lage selbst etwas zu schreiben. Nichts desto trotz steht am Ende des Jahres aber für alle ein Englischexamen an, das in meinen Augen für die meisten Schüler nicht zu schaffen ist. Leider haben jedoch alle Klassen bereits so viel Nachmittagsunterricht, dass wir mit jedem Jahrgang bis Weihnachten nur zwei Stunden Zeit haben. Natürlich reicht das vorne und hinten nicht, aber zumindest ist es ein Anfang. Die erste Nachhilfestunde mit den etwas jüngeren Schülern ist auch ganz gut gelaufen. Wir haben wirklich viel geschafft und ich hatte den Eindruck, dass auch einiges hängen geblieben ist.

Jetzt rücken die Weihnachtsferien immer näher, dabei bin ich noch gar nicht richtig in Weihnachtsstimmung. Okay kommt bei fast 40° auch nicht so leicht auf. Ich freue mich aber schon sehr darauf ein bisschen zu reisen, wahrscheinlich besuchen wir Freiwilligen zusammen den Nationalpark in Benin, wo ich dann vielleicht auch mal ein paar Fotos von exotischen Tieren machen kann.

Ansonsten dürft ihr gespannt sein, wie sich Weihnachten ohne Tannenbaum und Schnee anfühlt und ob es mit unserer Theateraufführung letztlich noch was wird.

Bis bald und hinterlasst wie immer gerne ein paar Kommentare oder Anregungen.

Das Projekt hat begonnen

23Okt2012

Die Schule hat endlich begonnen und die ersten beiden Wochen sind wie im Flug vergangen. Momentan arbeiten Lioba und ich ich zwar nur vormittags, aber wir müssen auch noch den Unterricht vorbereiten, denn Deutsch unterrichten wir ganz alleine. Am Mittwoch- und Samstagnachmittag sind wir außerdem im Waisenhaus beschäftigt. Die Schule fängt hier um 7 Uhr an, was für mich heißt um halb 6 aufstehen. Hier ist es aber generell normal, dass alle (auch am Wochenende) um 5 aufstehen. Wenn ich dann mal bis 7 schlafe, macht sich meine Familie schon Sorgen, dass ich krank bin. Ich habe hier mit dem frühen aufstehen aber komischer Weise gar nicht so ein großes Problem, wie in Deutschland.

Noch finde ich es etwas schwierig mich in meine neue Rolle als Lehrerin einzufinden, schließlich hieß es vorher, dass man im Weltwärtsprogramm generell nicht alleine unterrichten soll um den Lehrern nicht die Arbeit weg zu nehmen. Wir arbeiten nun aber an einem Colège, so eine Art Highshool, also bis zum Anfang der Oberstufe und hier wird auf dem Colège generell noch kein Deutsch angeboten. Folglich ist es nur eine gute Chance für die Schüler schon ein bisschen Deutsch zu lernen, bevor sie aufs Lycée kommen.

Es macht natürlich Spaß selbst alles planen und umsetzen zu können und wir Beiden haben immer viele Ideen um den Unterricht kreativ zu gestalten, trotzdem ist es nicht immer ganz einfach, denn für die Kinder sind wir nicht so sehr die Respektspersonen wie die anderen Lehrer, denn wir spielen schließlich nachmittags mit ihnen im Waisenhaus und da sehen sie uns eher als ihre Freunde an. Außerdem haben wir beide noch nie unterrichtet und ohne Vorbereitung ist das schon eine ganz schöne Herausforderung, denn am ersten Tag haben wir nicht wie erwartet erst mal mit einer entspannten Lehrerbesprechung angefangen, nein, wir wurden direkt um 7 vor die Klasse gestellt und dann hieß es, so jetzt fangt mal an. Letzte Woche lag Lioba außerdem mit Malaria zuhause im Bett und ich musste den Unterricht alleine schmeißen. Es war aber wirklich nicht so schlimm wie erwartet. Die Tests sind zwar bis auf einige Ausnahmen grottig ausgefallen, aber zumindest haben die Kids im Unterricht mitgearbeitet und sind mir nicht völlig auf der Nase rumgetanzt.

Trotz der Schwierigkeiten kommen wir aber mit dem Unterricht voran und ich habe teilweise sogar das Gefühl, dass sie bei uns in Deutsch mehr lernen als in dem Englischunterricht, den wir unterstützen. Generell ist das Niveau in Englisch hier recht niedrig, habe ich das Gefühl. Gerade in den unteren Klassen ist der Lehrer aber auch oft nicht da, oder geht einfach um uns den Unterricht machen zu lassen. Das sollen wir ja eigentlich nicht und deshalb hat Ernest, unser Verantwortlicher hier, nochmal mit ihm geredet. Wenn der Lehrer trotzdem nicht zum Unterricht kommt beschäftigen wir die Kinder eben spielerisch. Heute haben wir mit den Kindern in der 5ème, die Klassen gehen hier nach dem französischen Schulsystem bis zur 1ere, was der 13. in Deutschland entspricht, das Alphatbetlied auf Englisch gesungen. Daran hatten sie sogar richtig Spaß, was auf den Englischunterricht selbst leider nicht so zutrifft. Teilweise macht der Lehrer auch recht viele Fehler und die Aussprache ist hier eh, sagen wir mal togolesisch, aber ich habe ein schlechtes Gefühl dabei ihn vor der Klasse zu korrigieren. Vielleicht können wir die Sachen, die er für den Unterricht vorbereitet, aber demnächst mal mit ihm vorher durchgehen und dann Anmerkungen machen, denn generell habe ich den Eindruck, dass ihn unsere Meinung schon interessiert.

Doch auch wenn ich seinen Unterricht nicht komplett super finde, muss man ihm lassen, dass er die Klasse viel besser im Griff hat als Lio und ich und das zum Glück ganz ohne Schlagen. Ich habe generell noch nicht erlebt, dass die Kinder an unserer Schule geschlagen wurden, außer vom Direktor, aber das glaube ich eher aus Spaß. Da sieht es an anderen Schulen schon wesentlich weniger rosig aus.

Im allgemeinen habe ich von der Schule aber noch einen recht unorganisierten Eindruck. Wir haben zwar mittlerweile einen provisorischen Stundenplan, aber oft sind Lehrer nicht da, Stunden fangen zu spät an, oder es gibt wie neulich einfach mal in der ersten Stunde eine Versammlung, von der wir nichts wissen. Allerdings ändert sich das ganze Durcheinander mit der Zeit sicherlich noch, schließlich hat gerade erst die dritte Schulwoche angefangen.

Was ich etwas schade finde, dass es keine Zeiten gibt in denen die Lehrer sich mal zusammen setzten, sodass wir das Kollegium besser kennen lernen könnten. Nur in der einen Pause, die es Vormittags gibt, sitzen einige Lehrer manchmal unter dem, von den Schülern selbstgebauten, Unterstand und neulich haben wir uns auch nett mit einem Kollegen unterhalten, der uns sogar zu einer Tasse Bui eingeladen hat. Bui ist übrigens ein zähflüssiges Getränk auf Maisbasis, in das noch Zucker und Kondensmilch kommt und dass man mit frittierten Teigbällchen isst. Hört sich ekelig an, ich finds aber super lecker. Lio teilt meine Ansicht da aber auch nicht so ganz.

Am Mittwoch fangen wir mit einem Theaterprojekt im Waisenhaus an. Die Kinder haben sich überlegt, dass sie die Geschichte von Joseph spielen wollen und sind schon Feuer und Flamme. Im Dezember soll es dann ein großes Spektakel geben. Ich bin ja mal gespannt ob wir bis dahin alles auf die Reihe bekommen, aber schließlich sind wir hochmotiviert und bekommen zudem Hilfe von Ernest und dem Direktor des Waisenhauses. Um das ganze finanzieren zu können, müssen wir uns aber wahrscheinlich mal nach Spenden umhören, dazu weiß ich jedoch noch nichts genaues.

Bisher beschränkt sich unsere Arbeit im Waisenhaus noch darauf, dass wir mit den Kindern irgendetwas spielen. Wir haben ihnen beigebracht Armbändchen zu knüpfen, wovon sie total begeistert sind. Ich muss sagen sie haben das auch superschnell gelernt, obwohl viele noch recht klein sind.

Neulich waren wir mit ein paar älteren Jungs angeln. Ich fand das total super, weil sie die Fische für ihr Abendessen gefangen haben. Das Waisenhaus ist nämlich leider sehr sehr arm und oft ist das Essen ziemlich knapp. Natürlich hatten die Kinder aber auch ihren Spaß daran und haben ein bisschen angegeben, mit dem was sie gefangen haben und wollten mir alles zeigen. Ich hab mich dann auch mit einer ihrer selbstgebastelten Angeln bewaffnet und mein Glück versucht, war aber nicht so erfolgreich wie sie. Trotzdem haben die Jungs sich total gefreut, dass wir mit waren und ich finde es total schön, dass sie uns behandeln wie welche von ihnen und in uns nicht die strengen Erzieherinnen sehen.

Zwei der Waisenjungs beim angeln

Als Lio krank war, habe ich ihnen auch beim Fußballspielen zugeschaut und versprochen nächstes Mal mitzuspielen. Oh je das kann was werden bei meinem fußballerischen Talent.

Da wir im Moment noch nicht alzu viel zu tun haben, nutzen wir die Zeit abends um weiter zum Tanztraining zu gehen. Wir sind jetzt schon super integriert in der Gruppe und es macht immer mehr Spaß. Da ein wichtiges Festival, was im November in Lomé stattfindet, immer näher rückt, fangen die Proben langsam auch an härter zu werden. Wir lernen jetzt Choreographien und die eine haben Hanne und ich am Freitag schon bei einem Spektakel mitgetanzt. Das hat sogar besser geklappt als ich dachte und auch wenn die Kostüme etwas gewöhnungsbedürftig waren, hat es wohl ganz gut ausgesehen. Außerdem treffen wir uns jetzt immer öfter auch außerhalb des Trainings um Kostüme zu schneidern. Alle Kostüme für die Auftritte sind nämlich selbst entworfen und hergestellt. Ein ganz schöner Aufwand, aber die Mühe lohnt sich!

Gestern ist außerdem etwas ziemlich krasses passiert. Für Lomé üben die Jungs in der Gruppe eine Nummer, bei der sie auf riesigen Stelzen gehen. Die Dinger sind bestimmt zwei bis drei Meter hoch und man bindet sich mit den Beinen daran fest. Wir Mädels haben und vorher schon gedacht: „Oh man da bricht man sich doch alle Knochen, wenn man da runter fällt.“ Natürlich ist dann auch prompt einer der Tänzer mit den Stelzen zu Boden gegangen. Gebrochen hat er sich zum Glück nichts und bis auf eine aufgeplatzte Lippe ist auch alles im grünen Bereich, aber trotzdem sind die Dinger nicht ganz ohne, wie ich finde.

Außerdem habe ich die ersten Erfahrungen mit den hiesigen Gesundheitssystem gemacht. Ich hatte mir nämlich irgendeinen Ausschlag zugezogen. Wovon weiß ich jedoch auch nach dem Arztbesuch noch nicht. Meine Familie setzt fest darauf, dass es von der Hitze kommt und Ernest meint es kommt davon, dass ich in einem Fluss baden war. Ich tippe auch auf die Hitzetheorie, oder ne Allergie gegen neue Klamotten, denn ich war ja nicht die Einzige die baden war.

Der Fluss, in dem wir baden waren. Die Strömung sieht zwar ziemlich stark aus, aber man kann ohne Probleme schwimmen.

Auf jeden Fall war ich mit meiner Mentorin beim Arzt, der scheinbar auch nicht all zuviel Ahnung hatte, was das eigentlich ist. Zumindest hat die Tatsache, dass er in einem Buch nach dem passendsten Bild gesucht hat nicht den Anschein bei mir erweckt. Letztlich hat er dann ein paar Medikamente aufgeschrieben und ich hab sogar ne Spritze bekommen. Erst war mir das ganze ja nicht so geheuer, aber eins muss man den togolesischen Ärzten lassen, was sie einem geben wirkt und das kann man von deutschen Ärzten ja weiß Gott nicht immer behaupten. Nach dreitägiger „Fischcremebehandlung“ war ich dann also von meinem Ausschlag befreit. Eins hab ich bei der Sache gelernt, wenn es hier heißt:“Courage ca va aller“ dann stimmt das auch!

Die Wahlen waren irgendwie doch noch nicht, warum konnte ich noch nicht herausfinden, aber sobald es was neues gibt, halte ich euch auf dem Laufenden.

Bis zum nächsten Mal und hinterlasst fleißig Kommentare!

 

 

Faul sein ist wunderbar...

06Okt2012

Naja so ganz stimmt das nicht! Faul zu sein, kann auf Dauer nämlich auch ganz schön langweilig werden und Kuchen gibt es auch keinen, weil es hier keine Backöfen gibt.

Die Regierung hat nämlich die Ferien nochmal um zwei Wochen verschoben und so fängt mein Projekt erst am Montag an. Dementsprechend hatte ich die letzten drei Wochen nicht so richtig was zu tun.

Zumindest konnte ich mich so aber erst mal in meiner neuen Familie einleben. Die Familie ist wirklich super! Ich wurde direkt herzlich aufgenommen und fühle mich jetzt richtig wohl. Neben meinen beiden Gasteltern habe ich noch eine Gastschwester, die schon Anfang 30 ist und ebenfalls zwei Kinder hat. Beides Mädels, die eine ist ca 7 Jahre alt und ein kleines Baby, das letzte Woche 3 Monate alt geworden ist. Außerdem wohnt noch ein Mädchen, dass ein paar Jahre jünger ist als ich hier. Sie ist zwar keine direkte Tochter, aber gehört trotzdem irgendwie zur Familie. Ja togolesische Familienverhältnisse sind ein bisschen schwieriger zu verstehen als deutsche.

Ich habe mich in den letzten knapp drei Wochen also erst mal langsam an meine neue Familie gewöhnt und sie sich an mich. Mittlerweile ist Elise, das kleine Mädchen, auch nicht mehr ganz so schüchtern, wir malen jetzt manchmal zusammen und ich habe ihr ein Armbändchen geknüpft worüber sie sich super gefreut hat und immer wenn ich nach Hause komme rennt sie mir entgegen und nimmt mich in den Arm. Ich durfte Emi, das Baby, schon wie eine echte Togolesin auf dem Rücken tragen. Dafür habe ich natürlich erst mal ein bisschen Gelächter in der Nachbarschaft geerntet, aber meine Gastschwester hat mir erklärt, dass sie nur lachen, weil sie sich freuen, dass eine „Yovo“ ein schwarzes Baby auf dem Rücken hat.

Außerdem wurde ich in die Kunst des Fufu machen eingeweiht, was ganz schön anstrengend ist! Mit Pâte habe ich mich nicht ganz so geschickt angestellt. Es ist schwieriger als ich dachte, den riesigen Berg Maisbrei umzurühren! Zu guter Letzt habe ich noch eine eher unangenehme Bekanntschaft mit meinen Freunden den „Piments“ gemacht. Das sind kleine sehr sehr scharfe Paprikas, die hier überall ins Essen kommen. Dass ich sie nicht essen kann, weil sie zu scharf sin war mir bereits klar, aber ich wollte zumindest welche für den Rest der Familie schneiden. Dafür wurde ich dann auch prompt damit belohnt, dass meine Hände den ganzen Tag höllisch gebrannt haben.

 Beim Fufu stampfen mit Dobe und meiner Gastmutter 

Wie ihr seht ist „faul sein“ in Togo ein anderes „faul sein“ als in Deutschland. Hier muss man sich nämlich für alles, ziemlich anstrengen. Sei es beim Fufu oder Pâte machen, wenn man seine Wäsche waschen möchte (wobei ich mir immer noch regelmäßig blutige Finger hole) oder auch wenn man duschen oder auf Toilette gehen möchte. Wir haben hier nämlich kein fließendes Wasser und man muss mindestens 4 bis 5 Eimer Wasser pro Tag aus dem Brunnen holen.

Kein fließendes Wasser zu haben, hat aber auch seine Vorteile, so habe ich jetzt nämlich mal die Chance auf eine warme Dusche, denn wir kochen das Wasser morgens in einem Großen Topf auf.

  Eine normale togolesische Dusche

Aber auch ansonsten war ich nicht ganz untätig. Ich habe mit den anderen Freiwilligen nämlich angefangen in einer Tanzgruppe, namens Zogbeadji zu tanzen. Die sind richtig gut und haben überall in Togo Auftritte. Wir trainieren jetzt jeden Abend, bis die Schule anfängt und ich mache sogar schon kleine Fortschritte. Trotzdem ist das Tanzen hier aber ganz anders, und für mich als steife Europäerin nicht immer ganz einfach!

Am Dienstag hatten wir auch schon unseren ersten Auftritt, in einen ziemlich teuren Hotel in Agbonou, einem Stadtteil von Atakpamé.

Ich war ziemlich aufgeregt, einerseits wegen der Kostüme die wir tragen mussten und die wie ich gehört hatte ziemlich kurz sein sollten und natürlich auch wegen dem Tanzen, bei dem ich mich noch nicht allzu sicher gefühlt habe. Im Endeffekt war es aber gar nicht schlimm und wir hatten einen richtig lustigen Abend. Schade war nur, dass aufgrund einer Verzögerung im Ablauf, der erste Tanz der Gruppe unterbrochen wurde, gerade als der beste Teil kam. Trotzdem haben sie natürlich super getanzt und dem Publikum hat es wohl auch gefallen.

  Hannah, ich und Lioba (von rechts) in unseren Kostümen, beim Auftritt am Dienstag

Freitag war noch ein Auftritt, dieses Mal ein bisschen größer. Der Chef der Houdou Gemeinde ist gestorben und deshalb gab es in der Innenstadt eine riesige Feier. Wir hatten die Ehre mittanzen zu dürfen. Da fast ganz Atakpamé anwesend war, war ich noch nervöser als beim ersten Auftritt. Dazu kam noch, dass wir ziemlich lange warten mussten, weil erst mal ein großer Gottesdienst abgehalten wurde. Das ganze hat auch erst um 8 Uhr abends angefangen und wir sind alle echt müde geworden. Aber als wir dann erst mal auf der Bühne standen und ein bisschen getanzt hatten, war die Aufregung und Müdigkeit auch ganz schnell verflogen. Das Publikum war auch total begeistert, dass wir „Yovos“ mitgetanzt haben, und sogar mit nach vorne gegangen sind. War also insgesammt nen ziemlich erfolgreicher und schöner Abend!

Wenn ich gerade nicht Tanzen war, oder irgendwie mit meiner Familie beschäftigt, habe ich viel mit Lioba unternommen, die mit mir im Waisenhaus arbeiten wird. An ein paar Tagen waren wir schon da und haben uns die Arbeit etwas angeschaut. Wir hatten allerdings noch nicht richtig was zu tun. Ich hoffe das wird noch besser, wenn wir Montag richtig anfangen.

Lioba und ich mit den Waisenkindern, beim Geschirr spülen

An einem Nachmittag sind wir auf einen großen Berg in Hiheatro gewandert. Die Anstrengung hat sich wirklich gelohnt, denn oben hatte man eine tolle Aussicht und zudem ein ruhiges Plätzchen, was in der Stadt ziemlich schwer zu finden ist, denn überall auf der Straße sind Leute, die etwas verkaufen, Kinder, die Yovo hinter einem herrufen (woran ich mich immer noch nicht so ganz gewöhnt habe) und man trifft immer irgendwen den man kennt.

Außerdem waren Georges und Lisa von Montag bis Dienstag noch aus Kpalimé da und wir haben zusammen Crêpes gemacht. Ich hätte es ja nicht für möglich gehalten, aber man kann Crêpes tatsächlich mit Wasser und Milchpulver zubereiten und sie schmecken dann sogar. Nachdem wir alle schon ziemlich voll waren, war immer noch Teig da und so hat auch meine Gastfamilie noch etwas abbekommen. Die finden das Ganze so lecker, dass ich demnächst nochmal eine größere Portion machen muss.

Meine Gastfamilie ist hier ziemlich aktiv in der Kirche und so ist sonntags jetzt immer Kirchentag. Dass ich auch evangelisch bin, hat sie besonders gefreut, denn das scheint hier wohl so eine Art Verbündnis zu sein. Auf jeden Fall haben wir dann am Sonntag alle unsere hübschesten Sachen angezogen, die sogar mit einem Kohlebügeleisen gebügelt wurden und sind zur Kirche aufgebrochen. Da der Gottesdienst leider fast komplett auf Ewe gehalten wird, habe ich nicht besonders viel verstanden und es war ein bisschen langweilig, aber die Atmosphäre hier in der Kirche ist total schön. Es wird viel gesungen, vorne spielt eine Band mit super vielen Trommeln und auf dem Weg zur Kollekte tanzen alle. Am Ende vom Gottesdienst wurden Lioba und ich dann noch vor die ganze Gemeinde gestellt und mussten uns vorstellen. Das war mir ein bisschen unangenehm, aber spätestens, nachdem wir unsere Namen dann auch auf Ewe gesagt haben, hatten wir die Leute auf unserer Seite. Am Schluss gibt es hier zudem noch ein lustiges „Ritual“, was ich zunächst etwas befremdlich fand, aber wenn man den Sinn dahinter erst mal verstanden hat, ist es eine gute Sache. Es werden alle möglichen Sachen, von Yams über Reis, bis hin zu Hühnern in der Kirche versteigert. Der Sinn der dahinter steht, ist Folgender: Wenn die Leute zuhause etwas übrig haben, bieten sie es am Sonntag in der Kirche zur Versteigerung an und der Erlös kommt dann der Kirche zugute.

  Die evangelische Kirche in Hiheatro

Am Sonntag sind hier Wahlen und ich hoffe es geht diesmal alles gut, denn bei den Wahlen 2005 gab es hier ziemliche Unruhen. Aber dieses Mal sind es auch keine Präsidentschaftswahlen. Trotzdem hoffe ich, dass es keine Wahlmanipulation gibt und alles fair abläuft, denn auch wenn es nur legislative Wahlen sind, wäre es für Togo wichtig, dass sich etwas ändert.

Montag geht dann auch endlich die Schule los. Ich bin schon so gespannt und auch ein bisschen aufgeregt, denn ich habe noch nie eine Klasse unterrichtet. Zum Glück werde ich ja nicht ganz alleine vor den Kindern stehen, sondern mit Lioba zusammen.

Ich möchte mich noch bei euch bedanken, das ihr immer so fleißig Kommentare schreibt. Es freut mich jedes mal zu lesen, dass euch meine Berichte gefallen. Weiter so! Und wenn es sonst noch fragen oder Anmerkungen gibt, immer her damit!

 

Eine Reise und viele Veränderungen

17Sept2012

Bon soir aus Kpalimé.

Heute ist mein letzter Tag in Kpalimé und morgen geht es zurück nach Atakpamé.

Es haben sich allerdings einige Änderungen bezüglich meiner Familie und meines Projekts ergeben. Die ersten Wochen in meine bisherigen Gastfamilie waren nicht ganz einfach, da ich bei dem Hauptkommissar gewohnt habe, der den ganzen Tag gearbeitet hat. Seine Frau war zwar für kurze Zeit auch da, aber geht nun wieder nach Lomé zurück zum arbeiten. Ich war also die meiste Zeit alleine zuhause und auch jetzt wenn die Schule anfängt, müsste ich alleine kochen und so weiter. Da diese Situation nicht so optimal ist, wenn ich mich auf mein Projekt konzentrieren muss, komme ich jetzt in eine andere Familie in Hiheatro, einem kleinen Dorf bei Atakpamé. In dem Dorf wohnt auch meine Mentorin und Lioba, eine andere Freiwillige, die ich bei der Reise kennengelernt habe.

Lioba und ich werden dort, anders als für mich ursprünglich geplant, in einem Waisenhaus arbeiten. Zusätzlich werden wir aber auch Unterricht in Deutsch und Englisch geben. Ich freue mich wirklich, dass jetzt alles so gekommen ist! Die Schule an der ich unterrichten werde ist nun kein großes Lycée mehr, was es für mich wesentlich einfacher macht und ich freue mich total, nun auch Gastgeschwister zu haben. Denn auch wenn meine Gasteltern in der ersten Familie super nett waren, sind es doch meist die Gastgeschwister durch die man hier Anschluss findet.

Ich kann meine alte Gastfamilie natürlich weiterhin besuchen kommen, da Hiheatro nur ca 20 Minuten mit dem Mototaxi von Atakpamé entfernt ist.

Die Reise nach Kpalimé, die grüne Stadt, haben Katharina und ich letzten Endes leider doch alleine gemacht. Hier haben wir dann aber noch Lisa und Lioba kennen gelernt und hatten auch mit den Beiden viel Spaß.

Am ersten Abend in Kpalimé

Am Sonntag sind Katharina und ich mit gut zwei Stunden Verspätung, was mir hier schon fast normal vorkommt, von Atakpamé nach Kpalimé aufgebrochen. Die Fahrt hat fast vier Stunden gedauert, obwohl die Entfernung nicht so weit ist. Die Straße ist jedoch wirklich schlecht und unser Kleinbus musste im Slalom durch die, mit Wasser gefüllten Schlaglöcher fahren. Dementsprechend erschöpft waren wir, als wir endlich in Kpalimé ankamen, denn ich muss sagen, der Schleudersitz hinter dem Schaltknüppel ist nicht der Komfortabelste.

Kpalimé gefällt mir wirklich gut! Es ist hier viel grüner als in Atakpamé und überall gibt es kleine Geschäfte mit afrikanischer Deko und Schmuck, wie ich in Atakpamé nur eins gesehen habe. Der Markt ist auch wunderschön und es gibt fast alles zu kaufen.

Der Markt in Kpalimé

Am zweiten Abend hier, haben Katharina, Lisa, Lioba und ich für Georges, bei dem Katharina und ich für die Zeit hier wohnen, gekocht. Er wollte unbedingt etwas deutsches haben, also lag es nahe, dass wir Bratkartoffeln gemacht haben. Nach fast vier Wochen afrikanischem Essen haben die aber auch himmlisch geschmeckt. Ich hätte niemals gedacht, dass ich die deutsche Küche mal vermissen würde!

Am nächsten Tag haben wir dann einen große Wasserfall besucht. Die Natur war wunderschön, genau wie man sich einen Regenwald so vorstellt und wir konnten sogar schwimmen. Dass das Wasser super kalt war, hat bei der Hitze auch nichts ausgemacht.

Katharina und ich am Wasserfall in Kpalimé

Am Donnerstag sind wir dann alle zusammen zu der Reise aufgebrochen. Es ging von Kpalimé nach Sokodé, von dort aus nach Atakpamé und wieder zurück nach Kpalimé. Wir sind mit drei Französinnen gereist, die sich hier verschiedene Projekte angeschaut haben, um mit einigen Organisationen zusammen zu arbeiten. Dadurch hatten wir natürlich einen ziemlich straffen Zeitplan und haben keine Urlaubsreise gemacht. Trotzdem war z.B das Waisenhaus in Sokodé, wo wir sehr herzlich empfangen wurden, ein interessanter Zwischenstopp. Die Kinder, die größtenteils in Pflegefamilien leben, sind sehr gut erzogen und auch die Organisation, die hinter diesem Projekt stand war sehr freundlich. Abends haben wir dann oft noch alle zusammen gesessen um noch etwas zu trinken und zu quatschen. Ich fand die Reise insgesamt sehr anstrengend, da wir viel im Auto saßen, in dem es, wie in den meisten Kleinbussen sehr eng war.

Als wir dann am Samstag wieder in Kpalimé waren, haben wir allerdings doch noch ein paar Sehenswürdigkeiten besucht. Wir waren im Centre artisanal einem Kunstmarkt, wo Skulpturen, Bilder und allerlei Schmuck und Accessoires verkauft werden. Ich hätte am liebsten alles mitgenommen, so wunderschön waren die Sachen, aber damit warte ich wohl noch ein bisschen.

Selbst geschnitzte Masken im Centre artisanal

Gestern war dann der Mont Kloto, ein hoher Berg hier in Kpalimé dran. Die Aussicht war wirklich atemberaubend, man konnte bis nach Ghana gucken. Danach ging es weiter in eine Art Kunstausstellung, wo mit Naturfarben Bilder hergestellt wurden. Diese Technik haben wir auch auf dem Vorbereitungsseminar gelernt. Man kann aus so ziemlich allen Pflanzen in der Natur selbst Farben herstellen. Die Pflanzen dort waren dafür, allerdings sehr sehr gut geeignet und scheinbar auch nicht so leicht zu finden. Die Bilder waren auf jeden Fall super schön und die Idee mit ausschließlich natürlichen Produkten Kunst herzustellen finde ich schon toll, deshalb habe ich mir auch ein Bild mitgenommen. Es ist eine Sache sich schöne Kunst zu kaufen, aber eine andere wenn sie noch dazu ökologisch unbedenklich ist und den Leuten hier zugute kommt.

Heute Abend werden wir den Abend noch zusammen ausklingen lassen, bevor es dann in aller Herrgottsfrühe zurück nach Atakpamé geht. Ich bin schon so gespannt auf meine neue Gastfamilie und freue mich, dass das Projekt nun in einer Woche endlich anfängt.

Wie immer freue ich mich natürlich über Kommentare.

Im nächsten Bericht erfahrt ihr dann hoffentlich schon etwas über meine ersten Arbeitserfahrungen!

Bis dahin viel Spaß beim Lesen!

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